Eine Frau auf dem Landratsstuhl:

Wirtschaftsförderung ist Chefsache

Bis jetzt hat immer ein Mann den Landratsstuhl besetzt. Nun bewirbt sich darum aber auch wieder mal eine Frau. Katy Hoffmeister (CDU) tritt am Sonntag zur Wahl an.

Katy Hoffmeister (CDU) strebt nach dem Stuhl des Landrats im Landkreis Rostock.
Simone Pagenkopf Katy Hoffmeister (CDU) strebt nach dem Stuhl des Landrats im Landkreis Rostock.

Sie ist die einzige Frau, die nach dem Posten des Landrats strebt. Für Katy Hoffmeister kein Problem. „Mach ich, kann ich“, war ihre Antwort kurz und bündig, als der Kreisvorsitzende der CDU sie fragte, ob sie zur Wahl antritt. „Verwaltungsarbeit ist für mich keine Hürde. Die mache ich seit zehn Jahren als Chefjustiziarin in der Unimedizin Rostock, übrigens der drittgrößte Arbeitgeber im Land. Vor allem aber bin ich ganz dankbar, dass ich meine Heimat wieder haben durfte. Viele meiner Freunde sind nach Schule und Studium abgewandert. Ich bin 1999 nach Doberan, wo ich aufgewachsen bin, zurückgekommen. Das motiviert mich auch“, sagt die 40-Jährige.

Jetzt will sie sich vorspannen im viertgrößten Landkreis Deutschlands. „Ich weiß, dass das keine leichte Aufgabe ist“, bemerkt Katy Hoffmeister. „Das Zusammenwachsen der beiden Kreisteile ist eine sehr emotionale Sache. Wir müssen eine bürgernahe Dienstleistung und Verwaltung bieten. Es gibt zwei Modelle, die mir vorschweben. Einmal, dass es in beiden Verwaltungsstellen des Kreises, in Güstrow und Bad Doberan, Eingangsportale gibt. Das habe ich schon in anderen Bundesländern gesehen.

Es gibt auch das Modell der Kooperationsgemeinden. Anträge werden am Gemeindesitz gestellt und zentral bearbeitet. Man muss nicht 70 oder 80 Kilometer fahren. Es geht ja auch keiner mehr mit einem großen Röntgenbild zu seinem Hausarzt. Das setzt eine elektronische Aktenverwaltung voraus. Daran haben wir im Uni-Klinikum aber auch gerade gearbeitet.“ Dort sitzt Katy Hoffmeister übrigens in einem Durchgangszimmer. „Wenn was ist, muss ich ansprechbar sein. Meine Arbeitsweise ist offen“, sagt sie auch mit Blick auf den Landratsposten. „Wobei für mich ganz klar ist: Die Kreisstadt ist Güstrow und der Landrat gehört nach Güstrow.“

Zurzeit ist sie fast täglich im Kreis unterwegs. Rente, Mindestlohn sind Themen, die den Leuten auf den Nägeln brennen. Da muss sie am Ende aber doch an Bundestagskandidaten verweisen. Wirtschaftsförderung indes erklärt sie im Kreis zur Chefsache Nummer 1. Genau guckt sie auch hin, was die Städte und Gemeinden alles auf die Beine gestellt haben. „Wenn ich in Teterow zum Beispiel den Bahnhof sehe - Kompliment.“

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