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Ärzte finden keine Nachfolger

Die eine Praxis macht bereits zum Jahresende dicht, 2015 folgt dann die nächste. Und was kommt dann? Die Kleinstadt Neukalen will jetzt mit einem Experiment gegensteuern. Doch wird sich dafür überhaupt ein Mediziner finden?

Ob Dorf oder Kleinstadt: Die ärztliche Versorgung bricht in sich zusammen.
Armin Weigel Ob Dorf oder Kleinstadt: Die ärztliche Versorgung bricht in sich zusammen.

Lange Zeit hat er mit sich gerungen, alles noch einmal genau abgewogen. Nun steht seine Entscheidung fest. Ein Jahr hängt Allgemeinmediziner Wolfgang Tietz noch ran, obwohl der Neukalener Hausarzt in wenigen Wochen bereits 72 Jahre alt wird. Ende nächsten Jahres, daran lässt er aber keinen Zweifel, ist Schluss. Haus und Praxis wolle er dann verkaufen, sagt Tietz. Doch an wen? Welcher Arzt zieht schon nach Neukalen?

Arbeitszeiten schrecken ab

Wie schwierig es ist, einen Nachfolger zu finden, das hat gerade auch die Ärztin Elfie Neuhaus erfahren müssen. Nach 33 Jahren schließt sie zum Ende diesen Jahres ihre Praxis in Neukalen. Ob Anzeigen in der Ärztezeitung, Nachfragen bei Kollegen oder bei der Kassenärztlichen Vereinigung – alle Versuche waren vergebens.

Schon jetzt ist also absehbar, dass bald nur noch die Ärztin Ilona Rettig die Patienten in Neukalen behandeln wird. Doch auch sie ist mittlerweile 60 Jahre alt. „Wenn potenzielle Nachfolger hören, dass man hier von morgens um 7 bis abends 19 Uhr für seine Patienten da sein muss, dann hat sich das Interesse sehr schnell erledigt“, hat sie erfahren müssen.

Städtische Praxis als Lösung?

Jetzt schaltet sich die Stadtpolitik in das Thema ein. Am 27. November trifft sich der Sozialausschuss zu einer Krisensitzung. Eingeladen ist auch die Kassenärztliche Vereinigung. „Wir können uns von der ärztlichen Versorgung nicht einfach so verabschieden“, sagt Neukalens Bürgermeister Willi Voß (CDU).

Vielleicht findet sich ein Arzt aus der Umgebung, der für ein oder zwei Tage nach Neukalen kommt, kann sich Voß vorstellen. „Wir als Stadt wären dann gefordert, in dem wir einen Raum zur Verfügung stellen.“ Woher die Ausrüstung für eine solche Praxis kommen könnte, ist aber noch unklar. Die Hoffnung ist dennoch groß, dass ein Mediziner das Neukalener Angebot annimmt.

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