Neuwahl steht an:

Affäre kostet Vize-Stadtchef das Amt

Was für eine Überraschung: Malchins Stadtvertreter haben den in den Entschädigungs-Skandal verwickelten Stadtrat abgewählt. Unglaublich: Niemandem ist das aufgefallen. Oder sollte im Rathaus erneut eine Panne vertuscht werden?

Das Stadtwappen liegt dem Rathaus zu Füßen. Im Juni war in Malchins Hohem Haus über die Vize-Bürgermeister abgestimmt worden. Erst jetzt kam heraus, dass Stadtrat Jochen Banek dabei abgewählt wurde.
Torsten Bengelsdorf Das Stadtwappen liegt dem Rathaus zu Füßen. Im Juni war in Malchins Hohem Haus über die Vize-Bürgermeister abgestimmt worden. Erst jetzt kam heraus, dass Stadtrat Jochen Banek dabei abgewählt wurde.

Wochenlang hat es niemand gemerkt, nun kam die Wahrheit doch ans Licht. Der in die Entschädigungs-Affäre verwickelte Stadtrat und stellvertretende Bürgermeister von Malchin, Jochen Banek, ist die längste Zeit Vize-Bürgermeister gewesen. Darauf wäre im Rathaus offenbar keiner gekommen. Erst der Rechtsaufsicht des Seenplatten-Landkreises ist jetzt aufgefallen, dass Banek bei seiner Wiederwahl im Juni nicht genügend Stimmen bekam. Damals wollten ihn nur acht Abgeordnete weiter als Vize-Bürgermeister und Stadtrat sehen, fünf stimmten gegen ihn, acht enthielten sich. Nicht gerade ein gutes Ergebnis, aber immerhin eine Mehrheit, interpretierte die Rathaus-Spitze. Ein gewaltiger Irrtum, wie sich jetzt herausstellte.

Für die Wahl zum Vizebürgermeister setzt die Kommunalverfassung hohe Hürden. „Gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der Stimmen aller Mitglieder der Gemeindevertretung erhält“, heißt es darin. Von den 21 Malchiner Stadtvertretern hätten also mindestens elf für Banek die Hand heben müssen.

Dass es dafür nicht gereicht hat, dürfte vor allem eine Reaktion auf die Entschädigungsaffäre sein, die seit zwei Jahren in Malchin schwelt. Im Herbst 2012 war herausgekommen, dass die beiden Malchiner Stadträte acht Jahre lang zu hohe Entschädigungen als stellvertretende Bürgermeister kassiert hatten. Jochen Banek wird weiterhin als Amtsleiter im Rathaus bleiben. Nur eine Entschädigung als Vize-Bürgermeister, die bekommt er bald nicht mehr.

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