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Altkalen fährt Geschütze auf gegen Landschule Lüchow

VonEberhard RogmannIn dem schwelenden Konflikt um die auf ministerielle Anordnung geschlossene Einrichtung in Lüchow ist eine neue Front ...

VonEberhard Rogmann

In dem schwelenden Konflikt um die auf ministerielle Anordnung geschlossene Einrichtung in Lüchow ist eine neue Front eröffnet.

Altkalen.„Wir haben einen Kindergarten. Da werden wir doch nicht in zwei Kilometer Entfernung den nächsten aufmachen.“ Für seine klaren Worte im Gemeinderat ist Frank Albrecht bekannt. Auch macht er aus seiner Skepsis gegenüber den Betreibern der Landschule in Lüchow mittlerweile keinen Hehl. Diese hätten ihr Projekt, das von der Gemeinde lange Zeit wohlwollend begleitet wurde, schlicht an die Wand gefahren. Denn seit über zwei Jahren ist das Schulhaus in dem kleinen Dorf verwaist. Dem Verein Sonnenfeld als Betreiber war auf ministerielle Verfügung die Betriebserlaubnis entzogen worden. Daraufhin hatten sich die Betreiber durch die Instanzen geklagt. Eine Verhandlung im Berufungsverfahren steht noch aus (der Nordkurier berichtete).
Mittlerweile rückt ein neues Problem in den Vordergrund: Dem Verein droht, Fördermittel in sechsstelliger Höhe zurückzahlen zu müssen. Über das Leader-Programm war seinerzeit etwa eine halbe Million Euro in den Aufbau der Landschule geflossen. Jetzt verlautet aus dem Landwirtschaftsministerium, dass bei einer Nichterfüllung des Verwendungszwecks die EU-Richtlinie eine sofortige Rückzahlung fordert. Diese habe Schwerin bislang nicht erhoben, da noch ein Gerichtsverfahren laufe und man keine „nicht korrigierbaren Hindernisse“ schaffen wolle. Parallel ist das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Rostock beauftragt zu prüfen, inwieweit eine Umnutzung des Gebäudes bei Wahrung der Zweckbindung möglich sei. Gedacht ist an eine Kindertagesstätte anstelle der Schule.
Dieses Ansinnen lässt in Altkalen die Alarmglocken schrillen. In der dortigen Kita „Mühlenblick“ werden derzeit 42 Kinder betreut. Der Einrichtung einer Vorschulgruppe in der Landschule habe die Gemeinde seinerzeit nur zugestimmt, weil diese angeblich in das pädagogische Erziehungskonzept der Lüchower gehöre. „Alles andere ist mit uns nicht zu machen“, zieht Bürgermeisterin Renate Awe eine rote Linie. Einer Kita in Lüchow werde die Gemeinde nicht zustimmen.

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