Öko-Sünder im Glück:

Antrag auf Zwangshaft landet beim falschen Gericht

Der Verwalter der Siedlung in Basepohl soll hinter Gitter. So wünscht es der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Doch der Behörde passiert mit dem Antrag dazu ein peinlicher Fehler.

Hier sollte die Kläranlage längst verbuddelt sein. Ob Verwalter Thorsten Krüger wegen des Verzugs in Haft muss oder nicht, wird sich ein bisschen später herausstellen.
Eckhard Kruse Hier sollte die Kläranlage längst verbuddelt sein. Ob Verwalter Thorsten Krüger wegen des Verzugs in Haft muss oder nicht, wird sich ein bisschen später herausstellen.

Bis zur gerichtlichen Entscheidung, ob der Verwalter der Siedlung in Basepohl am See in Zwangshaft muss oder nicht, wird es wohl noch ein wenig dauern. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hatte einen solchen Antrag gegen Thorsten Krüger zwar vor gut zwei Wochen rausgeschickt. Die Behörde will damit erzwingen, dass der Verwalter wie gefordert endlich eine Kläranlage baut und kein Abwasser mehr aus dem alten Rohrsystem versickern kann. Doch das Schriftstück ist bis jetzt immer noch nicht an der richtigen Adresse angekommen.

Warum, das ist ziemlich einfach zu erklären. Der Landkreis hat sich in der Adresse geirrt. Die Behörde schickte den Antrag auf Zwangshaft versehentlich an das Amtsgericht in Greifswald. Dabei wäre vermutlich das Verwaltungsgericht in der Hansestadt dafür zuständig gewesen. Der Sprecher des Verwaltungsgerichts geht jedenfalls davon aus. "Wenn es um Sicherheits- und Ordnungsrecht geht, sind wir wahrscheinlich für den Antrag zuständig", sagt der Sprecher des Gerichts, Heinz-Gerd Stratmann. Beim Thema Wasserrecht ist er sich da sogar ziemlich sicher.

Von Kläranlage noch nichts zu sehen

Der Brief mit dem Antrag war auch schon kurzzeitig beim Verwaltungsgericht gelandet, berichtet Stratmann. Das Amtsgericht der Hansestadt hatte das Dokument aber nur formlos weitergeleitet. Das sei aber so nicht erlaubt, erläutert der Richter. "Es muss ein förmlicher Verweisungsbeschluss gefasst werden", sagt er. Deswegen habe das Verwaltungsgericht die Unterlagen zurück ans Amtsgericht geschickt. Und dessen Direktor Jörg Dräger versprach auch, einen solchen Beschluss noch in dieser Woche zu fassen, damit das Dokument endlich an der zuständigen Stelle bearbeitet werden kann.

In der Siedlung hat nicht bisher aber immer noch nichts getan. Obwohl Thorsten Krüger versprochen hatte, am 20. Oktober eine Kläranlage für den bewohnen Block zu errichten, ist davon noch nichts zu sehen. Er hat zwar einen Antrag gestellt. Allerdings wolle Krüger jetzt keine Kläranlage, sondern eine abflusslose Grube bauen. Die soll im November errichtet werden. Beim Landkreis jedenfalls hat man bereits das Vertrauen in die Zusagen von Thorsten Krüger verloren.

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