Abwasserentsorgung in der Region:

Anwohner sauer auf Zweckverband

Ein Einwohner aus Sülten Hof spielt mit dem Gedanken, den Wasserzweckverband Malchin-Stavenhagen zu verklagen. Ihm ist die neu eingeführte Grundgebühr für Kleinkläranlagen ein Dorn im Auge. Und auch sein Klärbeet war fast ausgetrocknet.

Auf dem Klärbeet wachsen die Halme nur noch sehr spärlich. Heinz Bohnenstädt ist nicht glücklich darüber. Foto: Eckhard Kruse
Eckhard Kruse Auf dem Klärbeet wachsen die Halme nur noch sehr spärlich. Heinz Bohnenstädt ist nicht glücklich darüber. Foto: Eckhard Kruse

Klagen oder nicht klagen? Das ist eine Frage, die Heinz Bohnenstädt derzeit beschäftigt. Der Mann aus Sülten Hof im Amt Stavenhagen spielt mit dem Gedanken, gegen den Wasserzweckverband Malchin-Stavenhagen vor Gericht zu ziehen. Ob er das macht oder nicht, das weiß er noch nicht genau. Denn Bohnenstädt weiß auch, dass dann einige Kosten auf ihn zukommen würden.

Grund genug für eine Klage hätte er allemal, da ist sich Heinz Bohnenstädt sicher. Es ist die neue Grundgebühr des Verbands für Kleinkläranlagen, die ihn stört. Die Abwasser-Abgaben wurden in diesem Jahr drastisch erhöht, weil der Versorger sonst seine Kosten im Abwasserbereich nicht mehr decken kann. Und auch die privaten und biologischen Kleinkläranlagen werden nun mit einer Grundgebühr herangezogen: Weil auch der restliche Klärschlamm in der zentralen Kläranlage in Stavenhagen entsorgt wird (der Nordkurier berichtete) - so sah man das jedenfalls beim Zweckverband.

Heinz Bohnenstädt ist nun aber überhaupt nicht begeistert davon, dass er 15,90 Euro pro Jahr als Gebühr bezahlen soll. Wie andere vor ihm, führt er an, dass es sich um seine eigene Kläranlage handelt. Doch der Mann aus Sülten Hof hat auch eine ganz besondere Technik installieren lassen, um das Abwasser zu reinigen. „Ich habe mir eine Kleinkläranlage mit einem Pflanzenklärbeet bauen lassen“, erzählt er. Darin laufe das vorgeklärte Abwasser aus dem Dreikammernsystem hinein. Die Nährstoffe würden von dem Schilf aufgenommen. Das restliche Wasser dürfe dann in den Teich von Sülten Hof fließen. Dafür habe er eine behördliche Genehmigung.

Pflanzen gehen ein auf dem Klärbeet

Sein Problem ist nur: Er hat mindestens zehn Jahre lang keinen Klärschlamm abpumpen lassen müssen. Denn es sei kaum bis gar keiner angefallen. Das habe ihm auch immer seine Wartungsfirma protokolliert. Das war bis ins vergangene Jahr so. Doch dann sei ein Unternehmen im Auftrage des Wasserzweckverbands angerückt und habe Schlamm abgepumpt. Offenbar zu viel: „Davon verwelkten alle Pflanzen auf dem Klärbeet“, erläutert Bohnenstädt. Nun stellt er sich die Fragen, ob man von solchen Kläranlagen überhaupt Schlamm abpumpen muss und ob die beauftragte Firma zu viel Wasser abgesaugt hat? Denn sonst wären die Pflanzen ja nicht eingegangen. Deswegen möchte Bohnenstädt sicher gehen, dass das nicht wieder passiert. Denn sonst sei das Klärbeet ja sinnlos.

Sachgebietsleiterin Monika Eggert vom Umweltamt des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte rät, eventuell den Ablauf des Beetes höher zu legen, damit mehr Wasser darin stehen bleibt. Abpumpen sollten die Einwohner aber hin und wieder - auch wenn die Wartungsfirma etwas anderes behauptet. Denn sonst werde der Schlamm so fest, dass er sich gar nicht mehr absaugen lasse. Darauf sollten die Wartungsfirmen die Bürger eigentlich auch hinweisen, betont Monika Eggert. Wenn das Beet für die Familie in Sülten Hof zu groß sei, dann müsse man möglicherweise darüber nachdenken, es zu verkleinern. Da sollte sich der Bürger beraten lassen.

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