Dorfwettbewerb:

Aus der Traum, bevor es losgeht

Es hätte alles so schön werden können. Reinhard Kullick wollte dafür sorgen, dass Gorschendorf am Wettbewerb um das schönste Dorf des Seenplatten-Kreises teilnimmt. Doch er hatte sich das offenbar zu einfach vorgestellt. Und getrödelt wurde wohl auch ein bisschen.

Ob diese Iylle für einen Preis gereicht hätte? Gorschendorf liegt unweit des Kummerower Sees in herrlicher Natur.
Eckhard Kruse Ob diese Iylle für einen Preis gereicht hätte? Gorschendorf liegt unweit des Kummerower Sees in herrlicher Natur.

Reinhard Kullick hatte einen Plan. Der Seenplatten-Landkreis richtet wieder den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ aus und Kullick, der Mitglied der Ortsteilvertretung und Fraktionsvorsitzender der UMB ist, wollte dafür sorgen, dass sich auch der Malchiner Ortsteil Gorschendorf bewirbt. Die Regularien des Wettbewerbs erlauben dies, auch wenn das Dorf zur Stadt Malchin gehört.

Dem Gewinner winken Prestige und die Möglichkeit, in einer zweiten Stufe auf Landesebene mit Dörfern aus ganz Mecklenburg-Vorpommern zu konkurrieren. Dabei schreibt das Land sogar Sonderfördermittel für die Dorferneuerung aus. Die Jury des Kreises sollte am 12. Juni nach Gorschendorf kommen, um den Ort zu besichtigen. Der Termin stand bereits fest, doch am Dienstag zog sich Gorschendorf kurzfristig vom Wettbewerb zurück. Der Plan von Reinhard Kullick scheiterte.

Das Problem: Er hatte Gorschendorf eigenmächtig zum Wettbewerb angemeldet, obwohl er das eigentlich gar nicht durfte. „Sie haben nicht als gesetzlicher Vertreter der Stadt gehandelt, sondern als Ortsteilvertreter einen Antrag gestellt“, teilte ihm der leicht verwunderte Bürgermeister Jörg Lange Ende März in einem Brief mit. Und schrieb weiter: „Ich teile Ihnen mit, dass ich in diesem Zusammenhang nichts Weiteres unternehmen werde.“ Lange selbst hatte kurz vorher von der Teilnahme der Gemeinde erfahren; und zwar erst, als er das überraschende Bestätigungsschreiben des Kreises auf dem Tisch hatte. Die Ortsteilvertretung von Gorschendorf hatte sich zwar für eine Teilnahme entschieden, Kullick wusste aber nicht, dass dafür auch eine Zustimmung der Stadt nötig ist. Nachträglich erteilte die Stadtvertretersitzung diese am 6. Mai, als die Anmeldefrist eigentlich schon abgelaufen war. Trotzdem war die Bewerbung noch wirksam.

Danach ist aber nichts mehr passiert und die Besichtigung rückte immer näher. Auch um ein Programm hatte sich niemand gekümmert. „Ich war von der Idee begeistert, an dem Wettbewerb teilzunehmen, aber ich habe auch zu einfach gedacht“, gibt Kullick nun zu. Der Aufwand sei einfach zu groß gewesen und niemand fühlte sich richtig zuständig. „Das ist traurig, doch ein bisschen mehr Unterstützung vom Bürgermeister hätte ich mir auch gewünscht“, so der Rentner.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung