Käfer-"Behausungen":

Ausgerechnet tote Eichen erfreuen Naturschützer

Biologen haben die Eichenallee bei Groß Markow im Visier. Hier lebt ein stark gefährdeter Einzelgänger.

Der Tod der Eiche geht nicht auf das Konto des Juchtenkäfers. Er besiedelt das Totholz erst dann, wenn sich in Höhlen genug Mulm gebildet hat.
Eberhard Rogmann Der Tod der Eiche geht nicht auf das Konto des Juchtenkäfers. Er besiedelt das Totholz erst dann, wenn sich in Höhlen genug Mulm gebildet hat.

Von der Sonne ausgeblichen ragt das nackte Holz der Baumleichen in den blauen Himmel. Befremdlich wirken die toten Eichen in der ansonsten in üppigem Grün stehenden Allee am Feldrain südwestlich von Groß Markow. Da mutet es paradox an, dass gerade die abgestorbenen Bäume die Naturschützer entzücken.

Den Widerspruch löst Dr. Volker Meitzner vom Büro Grünspektrum  mit wenigen Worten auf. „In den abgestorbenen Bäumen lebt der Eremit, der auch als Juchtenkäfer bekannt ist. Bei dem Insekt handelt es sich um eine vom Aussterben bedrohte Art.“ Der Biologe aus Neubrandenburg leitet die Arbeitsgemeinschaft Monitoring Käfer und hat die Eremiten seit Jahren im Blick. Die  Population der Einzelgänger in der Groß Markower Eichenallee ist seit den 1990er-Jahren recht stabil. Deshalb steht das Gehölz bei der EU auf der Liste der geschützten Flora-Fauna-Habitate. Dennoch ist der Biologe in Sorge. „Der Eremit ist flugträge. Von seinem Standort entfernt er sich kaum mehr als 500 Meter. Das hat in der stark zergliederten Landschaft zur Folge, dass die Populationen meist voneinander  isoliert sind, der genetische Austausch fehlt.“ Mit einem Missverständnis bezüglich des Käfers räumt der Wissenschaftler indes auf.

Der Juchtenkäfer ist nicht schuld am Absterben der Eichen. Er zieht als Höhlenbewohner erst ein, wenn er Mulm im Totholz findet. Der Bestand der vitalen Bäume in der Allee ist somit von seiner Seite nicht gefährdet, versichert der Fachmann. 

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