Haltestelle für guten Zweck:

Ausrangierte Busbude dient Rettungsschwimmern als Unterstand

Wer hätte das gedacht: Statt unter Sonnenschirmen sitzen die Bademeister vom Stavenhagener Freibad unter, ja unter was eigentlich?

Das Waldbad lockt auch viele Gäste aus der Umgebung. Schulen aus Teterow, Demmin und Möllenhagen haben neben den Reuterstädtern in den vergangenen Tagen das Freibad besucht.
Kirsten Gehrke Das Waldbad lockt auch viele Gäste aus der Umgebung. Schulen aus Teterow, Demmin und Möllenhagen haben neben den Reuterstädtern in den vergangenen Tagen das Freibad besucht.

Irgendetwas ist anders. Das haben viele Badegäste gleich gemerkt. Die Rettungsschwimmer im Waldbad Stavenhagen sitzen in dieser Saison nicht mehr unter einem Sonnenschirm, sondern haben einen richtigen Unterstand. Soweit nichts Ungewöhnliches. Kaum einer erkennt auf dem ersten Blick, wo die Bademeister jetzt vom Podest aus den Überblick auf die Becken behalten. Der neue Unterstand ist eine ausrangierte Bushaltestelle, oder vielmehr, es war mal eine. Die stand im Basepohl am See. Weil es diesen Ortsteil der Reuterstadt nicht mehr gibt, braucht man hier auch keine Busbude mehr. Also wurde der Stopp-Punkt abgebaut.

Der Leiter des Waldbades entdeckte die Haltestelle und dachte: sein Team könnte die gut gebrauchen. „So haben wir die Idee umgesetzt“, erklärt Steffen Hamann. Die Bude wurde aufgestellt, frisch lackiert, chic gemacht. „Man sieht es nicht, dass es eine Bushaltestelle ist“, findet er. Sie fällt auf jeden Fall auf. Am oberen Rand ist ein gelber Streifen, unten am Podest steht mit dicken Lettern: Rettungsschwimmer. Die Bademeister sind so leicht zu finden. „Sie dient jetzt einem guten Zweck“, meint Bürgermeister Bernd Mahnke (parteilos). Fürs Waldbad würde sich der Unterstand doch gut eignen.

Das sieht auch Stefan Hamann so. Einen Schutz brauchen die drei Rettungsschwimmer. Schließlich können sie nicht den ganzen Tag in der prallen Sonne sitzen, schon aus Arbeitsschutzgründen nicht. Dafür sei der Unterstand wesentlich professioneller als ein Schirm. „Und bei Regen sind wir auch besser geschützt“, sagt Hamann. Jetzt haben sie einen Erste-Hilfe-Koffer am Stand, brauchen wegen eines Pflasters nicht mehr ins Gebäude laufen.