Unerlaubte Abläufe:

Bauernschlau, aber illegal gegen das Hochwasser

Noch steht überall das Regenwasser auf Feldern, Wiesen und Poldern. Doch es wird bereits gepumpt und abgeleitet. Manch ein Landwirt begegnet den Fluten aber auch mit unerlaubten Methoden.

Am Ortsausgang Malchin in Richtung Basedow drückt das Wasser schon mächtig in Richtung Straße.
Eckhard Kruse Am Ortsausgang Malchin in Richtung Basedow drückt das Wasser schon mächtig in Richtung Straße.

Wohin bloß mit den Fluten, die Teile von Feldern, Wiesen und Straßengräben überflutet haben? Diese Frage stand nach den massiven Regenfällen für Landwirte und Wasser- und Bodenverbände im Raum. Für Anke Tiefmann, Geschäftsführerin des Wasser- und Bodenverbands „Obere Peene“ erscheint das ziemlich einfach. Sie ließ bei dem trockenen Wochenend-Wetter die Pumpen der Schöpfwerke an den Poldern rund um Malchin aufdrehen. Jetzt werden 283 Liter je Sekunde allein aus dem Polder Retzow abgeleitet.

„Es gibt aber keinen Grund zu Panik“, betont sie. Zwar seien die Gräben, die Ostpeene und die Kittendorfer Peene randvoll. Und der Boden könne auch kein Wasser mehr aufnehmen. Aber so ein Hochwasser wie 2011 sei es noch lange nicht. „Dazu würden noch 40 Zentimeter fehlen“, sagt Anke Tiefmann. Der Pegel an der Aalbude zeige einen Peene-Wasserstand von 6,02 Meter an. Das sei ein mittleres Hochwasser.

Wasser gefährdet mehrere Straßen

Matthias Hantel, Vorsitzender des Bauernverbands Güstrow, weiß, dass auch bei Teterow viel Wasser in den Wiesen steht und die Pumpen angestellt sind. Durch die Drainagen fließe das Wasser nur langsam ab. Die Straßenmeistereien achten weiter auf die gefüllten Straßengräben wie am Malchiner Ortsausgang in Richtung Basedow. Denn dort drohte das Wasser schon vom Feld auf die Straße zu fließen.

Beate Rüdiger, Leiterin der Straßenmeisterei Stavenhagen, hat aber auch Landwirte ausgemacht, die ihre Riesen-Pfützen in die Straßengräben ableiten. Sie haben kleine Gräben gebuddelt, hat sie etwa an der Straße zwischen Ivenack und Abzweig Grischow sowie bei Gädebehn beobachtet. „Das ist nach dem Straßen- und Wegegesetz nicht erlaubt“, betont sie. Bislang hätten Ermahnungen aber ausgereicht. Anzeigen habe es noch keine gegeben. Auch Thomas Markgraf von der Kreisstraßenmeisterei Teterow kennt solche Fälle. Er spricht von einer stillschweigenden Duldung.

Kritik an "Einbahnstraße" für Regenwasser

Christoph Seep, Landwirt aus Adamshof, wundert sich, warum das Einleiten verboten ist. So ein Regen sei extrem. Da sei es leicht zu sagen, man dürfe das nicht. „Ich habe auch ein Feld, da läuft das Wasser von der Straße drauf und bleibt dort stehen“, sagt er. Nun leite er eben sein Wasser einmal in den Straßengraben ab.

Hans-Joachim Conrad vom Straßenbauamt Neustrelitz, sieht das denn auch nicht so eng. „Die Landwirte müssen ihr Wasser auch loswerden“, sagt er. Auf der anderen Seite seien viele Straßengräben noch voll. Conrad setzt auf gemeinsame Lösungen. Das sieht auch Matthias Hantel so: „Manchmal brauchen die Straßenmeistereien auch uns Landwirte.“ Zum Beispiel, wenn es um das Thema Straßenbäume gehe.

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