Zwist in Gnoien:

Baustopp? Hier stoppt nichts mehr!

Auf ziemliches Unverständnis stoßen die Attacken aus der Gnoiener Stadtvertretung bei den Baufirmen, die eine neue Gasleitung in der Innenstadt verlegen. Ihr Vorwurf: Das ist alles schon Wahlkampf.

Mehr als nötig: Die Bauarbeiter asphaltierten am Freitag noch die Querungen, die für die Gasleitung auf der Ortsdurchfahrt angelegt werden mussten. Im nächsten Jahr wird die gesamte Fahrbahn dann aber ohnehin erneuert.
Torsten Bengelsdorf Mehr als nötig: Die Bauarbeiter asphaltierten am Freitag noch die Querungen, die für die Gasleitung auf der Ortsdurchfahrt angelegt werden mussten. Im nächsten Jahr wird die gesamte Fahrbahn dann aber ohnehin erneuert.

Schweres Geschütz fuhr die Warbelstadt gleich zu Wochenbeginn auf. Die Innenstadt gleicht seit Monaten einer riesigen Baustelle. An allen Ecken und Enden scheint gebuddelt zu werden. Neben den Kanal- und Straßenbauarbeiten lässt der Energieversorger Edis immer noch seine Gasleitung erneuern. Auf diese Rohrleitungsarbeiten hatten sich Gnoiens Stadtvertreter jetzt eingeschossen.

Die nachfolgenden Pflasterarbeiten würden an Qualität zu wünschen übrig lassen, die Baufirma ignoriere Terminzusagen, jeden Tag sei eine andere Straße gesperrt, schimpften die Abgeordneten. Bürgermeister Hans-Georg Schörner (SPD) drohte sogar: Wenn an diesem Wochenende immer noch gebuddelt werde, dann gibt es am Montag einen Baustopp mit sofortiger Wirkung.

Die von Edis beauftragte Baufirma BHK in Neubrandenburg reagiert darauf mit Unverständnis. Aber auch mit einem Lächeln, wie BHK-Niederlassungsleiter Jörg Holtz sagt: „Baustopp? Zu stoppen gibt es hier eigentlich gar nichts mehr.“

Just am Freitag sind die Arbeiten an der neuen Gasleitung nämlich erst einmal beendet worden. Zum Schluss haben die Bauleute der Darguner Firma MV Service noch die Querungen auf der Hauptstraße mit Schwarzdecke überzogen. „Eigentlich wäre das gar nicht nötig. Wir machen das aber, weil es die Stadtvertreter so wollen“, so Holtz. Ende Januar kommen die Bauarbeiter noch einmal zurück, um in Höhe der Raiffeisenbank noch ein 25 Meter langes Verbindungsstück zu verlegen.

Auch Frank Muchaier vom MV Service Dargun macht geltend, dass seine Leute bei den Arbeiten an der neuen Gasleitung stets versucht hätten, auf die Wünsche der Anlieger und Geschäftsleute einzugehen. Die Arbeiter hätten darauf geachtet, dass wenigstens auf einer Straßenseite der Bürgersteig immer begehbar war. Sollten bei der Bauabnahme an nachfolgenden Pflasterarbeiten Mängel festgestellt werden, so würden die beseitigt. Auch seien sich die Gasleitungs-Arbeiten nicht mit den Straßenbauern ins Gehege gekommen, wie immer wieder behauptet worden sei.