Tod im Bettkasten:

Beamte räumen Panne ein

Die Polizei widerspricht dem Eindruck, dass sie bei vermissten behinderten Personen nicht ausreichend suchen würde. Doch wie erklärt sich dann, dass der Tote in einer Teterower Wohnanlage tagelang nicht entdeckt wurde?

Dass der Vermisste noch in der Wohnanlage sein könnte, hatte die Polizei ausgeschlossen. Ein Fehler, wie sich danach herausstellte.
Carsten Büttner Dass der Vermisste noch in der Wohnanlage sein könnte, hatte die Polizei ausgeschlossen. Ein Fehler, wie sich danach herausstellte.

Auch zehn Tage, nachdem in der Teterower Wohnanlage der Güstrower Werkstätten die Leiche eines 60-jährigen Bewohners gefunden wurde, ist die Todesursache weiter völlig ungeklärt. Die Ermittler warten auf die Ergebnisse einer toxikologischen Untersuchung.

Und doch gibt es eine Neuigkeit. Die Polizei räumte jetzt gegenüber dem Nordkurier ein, dass bei der Suche nach dem zunächst vermissten Mann Fehler gemacht wurden. „Dass man den Bettkasten nicht im Auge hatte, ist tatsächlich eine Panne. Dass eine solche zukünftig vermieden werden sollte, liegt wohl auf der Hand“, erklärte der Sprecher der Güstrower Polizei-Inspektion Gert Frahm.

Doch wie konnte die Polizei bei der Vermisstensuche derart versagen? Den Eindruck, dass nach behinderten Personen weniger gesucht werde, weist die Polizei zurück. „Es werden immer wieder Bewohner von Heimen unterschiedlichster Art als vermisst gemeldet, die dann regelmäßig im näheren Umfeld angetroffen werden“, erläutert Frahm.

Davon seien die Ermittler auch im Fall des Teterower Vermissten ausgegangen. Sie hatten ihn außerhalb des Heimes vermutet. Nachforschungen seien im sozialen Umfeld angestellt worden – Familie, Verwandte, Freunde und Bekannte hatte die Polizei dazu aufgezählt.

Auf die Idee, im Zimmer des Vermissten einmal nachzuschauen, ist offenbar niemand gekommen. „Suchmaßnahmen und deren Umfang richten sich nach den Anhaltspunkten im Einzelfall“, erklärt Polizeisprecher Frahm. Die Panne sei polizeiintern inzwischen ausgewertet worden. Wie das passiert ist, wollte Frahm aber nicht sagen.