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Bestohlener bringt Fahrrad-Dieb selbst zur Polizei

Ein Fahrraddieb hatte in Malchin wohl nicht mit einer Video-Kamera in einer Spielhalle gerechnet. So wurde er beim Klauen gefilmt - und von seinem Opfer prompt auf der Straße wiedererkannt.

Ein Fahrraddiebstahl in Malchin wurde vom Opfer selbst aufgeklärt.
Andrea Warnecke Ein Fahrraddiebstahl in Malchin wurde vom Opfer selbst aufgeklärt.

So könnte sich die Polizei ihre Arbeit sicher gern immer vorstellen. Ein 31 Jahre alter Malchiner brachte nämlich den Dieb seines Fahrrades gleich mit zum Revier. Er vermisste das Zweirad schon seit einigen Tagen. Das gute Stück war ihm am 2. Juli vor einer Spielothek in Malchin gestohlen worden. Doch die Videokamera in den Räumen der Spielhalle hatte auch den Fahrradständer im Visier.

Der Bestohlene schaute sich das Video an und merkte sich das Gesicht des Täters. Am Montag um 17 Uhr begegnete er tatsächlich dem Fahrraddieb auf der Straße. Wie die Malchiner Polizei am Dienstag mitteilte, brachte der Fahrradbesitzer den 23 Jahre alten Langfinger dann zur Polizei. Die brauchte dann nur noch eine Anzeige aufnehmen.

Kommentare (2)

.....werden uns eines Tages unsere Kinder fragen. Mal Hand aufs Herz - wann haben Sie zum letzten Mal einen Polizisten im Streifendienst gesehen ? Würden wir nicht ab und zu mal aus bestimmten Anlässen eine Dienststelle aufsuchen müssen, könnten wir glatt vergessen, welche Farbe gegenwärtig die Uniform hat. Die Aufklärungsquoten bei Einbruchsdiebstahl sind nicht besser als bei Fahrraddiebstahl. Es fehlt schlicht an Personal, um den Bürgern das Gefühl, nein, die Überzeugung geben zu können, gut behütet zu sein. Aber Gen-manipulierte Felder per Video zu überwachen scheint die ministerielle Billigung gefunden zu haben, was bei der beruflichen Grundausbildung des Ministers nicht weiter verwunderlich ist. "Sagen Sie uns, wer es gewesen ist und wo der Täter wohnt, wir werden dann den Fall sofort aufklären !" Ich habe vor etlichen Jahren bereits gesagt, daß die zunehmende Verrohung der Sitten im Straßenverkehr und ihre hilflose Duldung durch die Polizei den Boden bereitet für die Einstellung, auch auf anderen Rechtsgebieten Straftaten begehen zu können, weil die Chance, erwischt zu werden, immer geringer wird. Im Straßenverkehr, und damit in einem sehr begrenzten Rechtsraum, wird täglich sichtbar demonstriert, wie sehr das Rechtsbewußtsein dem Verfall bereits anheim gefallen ist. Fehlende Korrekturen infolge völlig unzureichender Polizeipräsenz führen zur Verfestigung von Vorschriftverletzungen zu negativen Gewohnheiten. Wenn Bürger den Schutz ihres Lebens und ihrer Gesundheit, ihres Eigentums, in eigene Hände nehmen, müssen sie es sich sogar noch gefallen lassen, in ihrem Bemühen herabgewürdigt zu werden, indem auf das Recht zur Ausübung hoheitlicher Aufgaben allein durch die Polizei verwiesen wird. Ja, gerne, aber wo ist sie, wenn man sie braucht ? Die Zentralisierung und damit die Unter- bzw. Nicht-Besetzung mancher Polizeistationen hat gerade in den ländlichen Bereichen zu einer Menge an Gesetzesverstößen geführt, weil Täter sich sicher sein dürfen, in den nächsten 30 Minuten durch die Polizei nicht gestört werden zu können. Ich bin sicher, daß es in den Polizeipräsidien und -direktionen genügend Fachkräfte gibt, die den operativen Dienst aus eigener Erfahrung kennen, jedoch durch administrative Vorgaben von ihrer eigentlichen Aufgabe abgehalten sind: "Polizei - Dein Freund und Helfer". Wenn hier nicht den Kräften vor Ort gestattet wird, rigoroser durchzugreifen, wenn die Justiz sich nicht endlich von ihrer Kuschelpädagogik verabschiedet, dann werden wir uns alle noch wundern, in welche kleinen Zahlenbereiche die Aufklärungsquoten noch abrutschen werden.....

Die allgemeine Verrohung der Sitten an vermeintlich oder tatsächlich fehlender Polizeipräsenz festzumachen, greift zu kurz. Ein Blick zu unseren nördlichen Nachbarn genügt. Da reibt man sich schon mal verwundert die Augen, wenn man mal einen Polizisten zu Gesicht bekommt, das Land ist mindestens genau so ländlich wie und trotzdem gelten Unversehrtheit von Personen und Eigentum des Einzelnen oder der Gemeinschaft ganz deutlich als ein wesentlich höheres Gut als bei uns.