Geplatzer Auto-Traum:

Betrüger landet vor Gericht

Angeblich. Ja, angeblich soll der Wagen in einem Top-Zustand gewesen sein. Doch nach kurzer Zeit war der angeblich neue Zahnriemen zerrissen. Und auch sonst stimmte so einiges mit dem gekauften Wagen nicht.

Augen auf beim Autokauf: Beim Geschäft in Stavenhagen wurde ein 50-Jähriger geprellt und zog nun vor Gericht. Foto: © pitb_1 - Fotolia.com
pitb_1 - Fotolia Augen auf beim Autokauf: Beim Geschäft in Stavenhagen wurde ein 50-Jähriger geprellt und zog nun vor Gericht. Foto: © pitb_1 - Fotolia.com

Erst erfüllt, dann geplatzt. Der Autotraum eines 50-Jährigen landete nun vor dem Demminer Amtsgericht. Lange schon hatte der Mann einen gebrauchten Pick Up gesucht, am Ende wurde er eher auf den Arm genommen.

Denn Klaus S.* hatte ihm offensichtlich eine „Schrottlaube“ angeboten. Für 8400 Euro verkaufte er im August 2012 das Auto, angeblich mit einem Kilometerstand von 135 900 km. Er warb im Internet damit, dass der Wagen in einem Top-Zustand sei. Sogar der Zahnriemen sei gerade erst gewechselt. Nein, er habe wirklich genau nachgehakt, erinnert sich der geprellte Zeuge. Alles tipptop, so hieß es. Also machten die Männer einen Termin in Stavenhagen.

Und in der Tat, da stand der Traum. Zumindest äußerlich. Aus eben dieser Perspektive habe der Wagen einen guten Eindruck gemacht, der Motor sauber, der Tacho zeigte die angegebenen Kilometer an. Das Geschäft schien perfekt.

Ein Knall, ein Ruck, ein Riss

Und dann platzte der Traum – mit entsprechender Geräuschkulisse. „Es gab einen leichten Ruck und Knall“, erzählt der 50-Jährige. Der Zahnriemen war ihm um die Ohren geflogen. In der Werkstatt habe man ihm gesagt, dass der Riemen nicht neu gewesen sein kann. Zähneknirschen. Vielleicht ein bisschen Fluchen. Eine teure Reparatur. Und nicht das Ende vom Lied. Wenig später fiel der Tacho aus, der Motor gab den Geist ganz auf. Recherchen ergaben dann, dass am Kilometerstand manipuliert wurde. Der Wagen hatte mehrere Vorbesitzer. Als ein Autohaus im Februar 2012 den Pick Up von einer Agrargenossenschaft übernommen hatte, habe der Kilometerstand bei 298 000 Kilometer gelegen.

Der Angeklagte Traum-Verkäufer indes schweigt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, dass er aus dem alten Auto eher traumhaften Gewinn schlagen wollte. Betrug kann ihm jedoch nicht nachgewiesen werden. Den Tacho manipuliert haben, könnte schon der Vorverkäufer. Klaus S. aber habe falsche Tatsachen vorgetäuscht, indem er behauptete, der Wagen sei top in Ordnung gewesen. Um aufwendige Zeugenbefragungen mit Gutachter und Werkstattmeister zu vermeiden, einigen sich Gericht und Staatsanwaltschaft auf eine vorläufige Einstellung des Verfahrens mit einer Geldbuße von 500 Euro.  (*Name geändert)

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