Glühweinkocher im Test:

Bisheriger Champion nimmt seine Entthronung mit Humor

Eine feste Instanz auf dem Darguner Weihnachtsmarkt ist Glühweinkocher Jörg Kroll. Nach einer Siegesserie muss er sich diesmal allerdings laut Jury-Urteil geschlagen geben.

Die Jury hatte es nicht einfach, bis der beste Glühwein ermittelt war.
Gerald Gräfe Die Jury hatte es nicht einfach, bis der beste Glühwein ermittelt war.

Er ist Kult auf dem Weihnachtsmarkt vor dem Schloss – der Stand des Karnevalvereins DKV, allen voran Glühweinkocher Jörg Kroll. Richtiger gesagt, der Spitzenglühweinkocher der Stadt. Denn nicht nur dass der Fahnenträger der Vereinsnarren seit zehn Jahren am offenen Kessel sein Heißgetränk mixt, köchelt und regelrecht zelebriert. Nein, vier Jahre hintereinander wurde das Gemisch aus Rotwein, Nelken, Zimt und weiteren Zutaten als das Beste des ganzen Marktes bejubelt. Somit verblieb auch der von Bürgermeister Karl-Heinz Graupmann (Die Linke) gestiftete Pokal für Darguns Top-Glühwein immer in den Händen der Karnevalisten.

Dieser Erfolg fiel ihm nicht in den Schoß, meint der 51-Jährige am Kessel lachend. Als waschechter Meckelbörger Jung sei er eher mit Kümmel und Korn aufgewachsen, denn mit dem süßen Heißgetränk. Zum anderen muss er gegen harte Konkurrenz bestehen. Da galt es, den Glühwein „von Jahr zu Jahr zu verfeinern“. Mit was, das verrät Kroll nicht. Das bleibe streng gehütetes Geheimnis. Nur dass seine Vereinsfreunde immer als erste ran mussten, sprich, die neuen Mixturen verkosteten, ist ihm zu entlocken. Die Vereinsnarren „waren immer meine härtesten Kritiker“.

Derweil fällt auf dem Schlosshof die Entscheidung: Die sogenannten „VIPs von Dargun“ – Bürgermeister Graupmann, Stadtvertretervorsteher Wilfried Hoebel und Pastor Klaus Hasenpusch – fällen mit zwei Damen aus dem Publikum ihr Urteil: Krolls Glühwein wird „entthront“ und landet auf Rang 3. Platz 2 gibt‘s für den Neuling von „Silkes Kaffeestübchen“ und ganz oben rangiert das Heißgetränk der Kirchgemeinde. Kroll nimmt die Nachricht gelassen und mit verschmitztem Lächeln. Wichtig sei: „Es soll uns allen hier Spaß machen.“

Außerdem: Der gekrönte Glühweinkocher der Kirche heiße Friedhelm Jager und sei als Karnevalist gewissermaßen an die Protestanten entliehen worden. Spaß muss sein, meint der Mann und grübelt sicherlich schon bald darüber nach, wie er seine Rezeptur für 2014 wieder auf „Siegkurs“ bringen kann.

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