Unternehmen beschenken Malchin:

Blütenpracht statt neuem Pflaster

So richtig laufen kann man über Malchins Marktplatz immer noch nicht. Aber schön sieht er jetzt aus. Für 10.000 Euro hat die Stadt an drei Stellen hunderte Blumen aufstellen lassen. Ist diese Charme-Offensive nur ein Ablenkungsmanöver?

Jeweils mehr als eine Tonne wiegen die beiden Kaskaden, die am Donnerstag mit je 130 Blumen auf dem Malchiner Markt aufgestellt wurden.
Thomas Koch Jeweils mehr als eine Tonne wiegen die beiden Kaskaden, die am Donnerstag mit je 130 Blumen auf dem Malchiner Markt aufgestellt wurden.

Na, da muss ja heute etwas ganz Besonderes los sein im Rathaus, wenn die jetzt schon so viele Blumen auf den Markt stellen. So dachten am Donnerstagvormittag viele Malchiner, als sie die beiden Kaskaden mit den roten und perl-rosa-farbenen Surfinien auf dem Marktpflaster bemerkten. Falsch gedeutet: Die Blumen werden am Abend nicht wieder abgeholt, sondern sollen jetzt ständig hier stehen. Ebenso wie zwei weitere Kaskaden mit jeweils 50 roten Surfinien an der Rathaustreppe, drei große Blumentöpfe am Rande des Stadtparkes sowie zwei weitere mit Petunien bepflanzt auf dem Platz zwischen Kirche und Kino.

„Alle reden darüber, dass wir den Marktplatz beleben wollen, da müssen wir dann aber auch mal was machen“, begründete Bürgermeister Axel Müller (CDU) Malchins neue Charme-Offensive. Die hat doch aber sicherlich einen Haufen Geld gekostet, Herr Bürgermeister? Ja, gesteht er ein: 10.000 Euro. Obwohl: Die Stadt hat nicht einen Cent bezahlen müssen. Petunien und Surfinien sind ein Geschenk von 19 Malchiner Unternehmen an die Stadt.

Rathaus-Chef möchte Markt komplett neu pflastern

Bei den Malchinern kam die Blumenpracht am Donnerstag gleich mal ganz prächtig an. Aber will die Stadt mit den Kaskaden nicht vielleicht doch die Malchiner etwas ablenken von dem eigentlichen Problem des Marktplatzes - dem holprigen Pflaster? Zumal die riesigen Blumen-Pyramiden den behinderten-gerechten Gehspuren im Wege stehen könnten, für die sich die Stadtvertreter vor einem Jahr entschieden hatten.

Auf die Idee, von etwas abzulenken, sei er noch gar nicht gekommen, antwortet der Bürgermeister. Und macht dann aber auch gleich mal deutlich, was er von dieser Pfad-Lösung hält - nämlich gar nichts. Das Kopfsteinpflaster müsse raus und durch Kleingranit oder Platten ersetzt werden, stellt sich Axel Müller vor. Diesen Vorschlag wolle er zum Ende des Jahres dem Bau-Ausschuss vorstellen. Mit einer Umsetzung rechnet er aber nicht vor 2018/19 - vielleicht dann auch wieder mit Unterstützung von Unternehmen. Der alte Stadtvertreter-Beschluss müsste dazu aber erst einmal aufgehoben werden.

 

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