Plan einer Rechliner Firma geht auf:

Bootsbauer erfinden Yachtbau noch mal neu

Der neue Hafen auf dem ehemaligen LPG-Gelände in Lärz wird seiner Funktion bereits gerecht. Derweil konnte der Erbauer, das Rechliner Unternehmen MYT, bei der Messe in Berlin mit einer außergewöhnlichen Aktion punkten.

Andreas (links) und Detlef Marz in der neuen, teilweise beheizbaren Fertigungshalle, in der schon die ersten Boote stehen.
Elke Enders Andreas (links) und Detlef Marz in der neuen, teilweise beheizbaren Fertigungshalle, in der schon die ersten Boote stehen.

„Habt Ihr keine Farbe mehr gehabt?“ Die Mitarbeiter der Firma MYT (Müritz-Yacht-Technik) aus Rechlin haben sich so einige Sprüche anhören müssen, als sie Ende vergangenen Jahres die Messehalle in Berlin bei der „Boot und Fun“ betraten und ihr Exponat aufbauten: einen halb fertigen Bootskörper zwischen all den herausgeputzten Hochglanz-Yachten. Was wollten die Müritzer damit schon bewirken? Doch der Plan, sich als kleineres Unternehmen von den großen abzuheben, ging auf und bescherte den Rechlinern ein Alleinstellungsmerkmal, das werbetechnisch besser nicht hätte fruchten können, wie Juniorchef Andreas Marz berichtete. Von vornherein wurde jener Teil des Publikums, der nur mal schauen wollte, wie eine Yacht von innen aussieht, ausgespart.

Stattdessen kamen jene Interessierten, die wirklich in den Bau einer Yacht investieren wollen. Und denen wurde zu verstehen gegeben: Das ist der Stahlrumpf mit ein bisschen Grundierung drauf. Was daraus werden soll, da könnt ihr als Kunde ein Wörtchen mitreden. Eine Botschaft, die ankam, setzen doch die gängigen Bootsbau-Unternehmen im In- und Ausland größtenteils auf Serienfertigung. Und genau hier erkennt das Rechliner Unternehmen eine Lücke, in die es schlüpft.

Inzwischen sieht das Firmenkonzept vor, eine Teilfertigung weiter am Stammsitz in Rechlin zu belassen und die Endfertigung nach Lärz auf das neue Hafengelände am Müritz-Havel-Kanal zu verlagern. Dabei gibt es eine entscheidende Neuerung: Bis jetzt wurden in erster Linie Stahlschiffe gebaut, demnächst soll auch die GFK (Kunststoff)-Linie hinzukommen. Geplant sind Kunststoffboote von 4,70 bis zu sieben Metern Länge, wobei das Rechliner Unternehmen die Endfertigung vornimmt. „Laminiert werden die Bootskörper nicht von uns. Dafür haben wir Zulieferer auf Rügen und in Thüringen“, erklärt Andreas Marz. Zum Vergleich: Momentan gebaute Stahlbootskörper sind zwischen elf und zwölf Metern lang, in Ausnahmefällen auch noch länger.