Anschlag in der Silvesternacht:

Brandrakete durchschlägt Teterower Rathausfenster

Knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt ist das Teterower Rathaus in der Neujahrsnacht. Aus der Menge heraus, die sich traditionell auf dem Markt um Mitternacht einfindet, feuerte jemand Raketen offenbar gezielt auf die Fenster. Eine durchschlug die Doppelverglasung.

Provisorisch abgeklebt ist das durchschossene Fenster im Rathaus. Foto: Eberhard Rogmann
Eberhard Rogmann Provisorisch abgeklebt ist das durchschossene Fenster im Rathaus. Foto: Eberhard Rogmann

Das Teterower Rathaus ist in der Silvesternacht möglicherweise nur knapp einer Katastrophe entgangen. Davon zeugt ein kreisrundes Loch im Fenster des Obergeschosses gleich neben dem Balkon. Zertrümmert ist ebenso ein Fenster des benachbarten Raumes. Allem Anschein nach hat jemand vom Marktplatz aus gezielt Feuerwerksraketen auf die Fenster abgefeuert. Bei einem Fenster hat das Geschoss beide Scheiben der Doppelverglasung durchschlagen. Es ist einem glücklichen Umstand zu danken, dass sich in dem Raum nichts entzündete, heißt es aus dem Polizeirevier.

Der Vorfall weckt böse Erinnerungen an die Neujahrsnacht des Vorjahres. Kurz nach Mitternacht war damals im Keller des Wohnhauses Nr. 15 in der Heinrich-Heine-Straße ein Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr musste dutzende Menschen mit Leitern aus den oberen Etagen evakuieren, denen der Weg durch das Treppenhaus abgeschnitten war. Auslöser des Brandes war nach polizeilichen Ermittlungen ein Explosionskörper. Wer diesen gezündet hatte, konnte nicht eindeutig nachgewiesen werden.

Auch im Falle des Angriffs auf das Rathaus ist es eher unwahrscheinlich, dass diejenigen überführt werden, die die Brandraketen abfeuerten. Obwohl laut  Stadtrat Uwe Rethmeyer vier Leute des Wachschutzes im Einsatz waren. „Doch die Täter schossen aus der Masse heraus. Wie willst du da jemand identifizieren und ihm das auch noch nachweisen?“, fragt Rethmeyer lakonisch. 

Briefkästen am Malchiner Rathaus gesprengt

Auch in Malchin hatten sich einige Hobby-Sprengmeister das Rathaus vorgenommen. Sie hatten es auf den Briefkasten der Stadtverwaltung abgesehen, der mit einem Knaller gesprengt wurde. Der Polizei blieb am Neujahrsmorgen nichts weiter übrig, als die Rathaus-Post erst einmal in Verwahrung zu nehmen. Gleich neben dem Rathaus hatten Unbekannte außerdem ein Verkehrszeichen umgeknickt.

In Stavenhagen hat eine Silvesterrakete kurz nach Mitternacht ein achtjähriges Kind so sehr erschreckt, dass es einen Schock bekam. Die Polizei ermittelt in diesem Fall wegen Körperverletzung.

Verletzt wurden zudem in Teterow zwei Männer, allerdings nicht durch Feuerwerkskörper, sondern bei Schlägereien. Zunächst war am Silvesterabend ein Nachbarschaftsstreit eskaliert, bei dem ein Mann schließlich Schläge ins Gesicht einstecken musste. Kurz nach Mitternacht war dann ein 30-Jähriger in der Rostocker Straße von mehreren Personen angegriffen worden, so die Polizei.

Derweil reißt auch die Serie von Automatenaufbrüchen mit Böllern nicht ab. Bereits in der Nacht zum Silvestertag hatten Unbekannte in Mamerow unweit von Groß Wokern einen Zigarettenautomaten gesprengt. Sie entkamen mit Geldkassette und Zigaretten. In der Kreisstadt Güstrow schlugen Unbekannte die Schaufenster-Scheibe eines Bekleidungsgeschäftes ein und stellten dann die Schaufensterpuppen auf die Straße.