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Briggower finden neue Bürgermeisterin

Normalerweise werden Bürgermeister vom Volk gewählt. Das ist auch auf dem Lande so. Doch in dem Dorf Briggow fand sich bislang kein Kandidat. So mussten die Gemeindevertreter jemanden aus ihrer Mitte erwählen. Und nun klappte es.

Von der Stellvertreterin zur Bürgermeisterin: Adelheid Peters ist jetzt von den Briggower Gemeindevertretern gewählt worden. Foto: Eckhard Kruse
Eckhard Kruse Von der Stellvertreterin zur Bürgermeisterin: Adelheid Peters ist jetzt von den Briggower Gemeindevertretern gewählt worden. Foto: Eckhard Kruse

Dass sie keinen Bürgermeister finden, ein Dreivierteljahr lang ohne gewähltes Oberhaupt bleiben und im unglücklichsten Fall sogar zwangsverwaltet werden, darauf wollten es die Briggower Gemeindevertreter dann doch nicht ankommen lassen. In ihrer Sitzung im Briggower Schloss gingen deshalb all ihre Vorschläge in dieselbe Richtung.

Adelheid Peters, die als stellvertretende Bürgermeisterin seit dem Tod von Wolfgang Käsler die Amtsgeschäfte für die Dörfer Briggow, Sülten und Sültenhof führt, war ihr „Spitzenkandidat“. „Wir sind so froh, dass du das machst“, hieß es unter anderem in der Runde. Und die 72-Jährige aus Sültenhof ließ sich auch nicht lange bitten.

„Ja, ich nehme die Wahl an“, sagte Adelheid Peters. „Wir wollen uns ja nicht die Blöße geben, dass wir keinen Bürgermeister haben.“ Aber sie stellte auch gleich klar, dass sie das Amt der Bürgermeisterin nur bis zur nächsten Kommunalwahl übernimmt. Die findet am 25. Mai 2014 statt. Danach müssten jüngere Einwohner ran.

Dass ein Bürgermeister von der Gemeindevertretung gewählt wird, ist indes lange her. Das war zu DDR-Zeiten üblich und in Mecklenburg-Vorpommern auch noch vor dem Jahr 1999. Erst seit dem genannten Jahr werden die Landräte und Bürgermeister von Städten und Gemeinden direkt vom Volk gewählt. Doch in Briggow hatte sich im Mai kein Kandidat gefunden, der in die Fußstapfen von Wolfgang Käsler treten wollte. So waren die Gemeindevertreter aufgefordert, jemanden aus ihrer Mitte zum Bürgermeister beziehungsweise zur Bürgermeisterin zu küren. Doch an einen solchen Fall kann man sich selbst beim Amt und beim Landkreis in den vergangenen Jahren nicht erinnern.

„Wir wollten das bis zur Kommunalwahl 2014 so weiterlaufen lassen“, erläuterte Joachim Demske, Hauptamtsleiter der Stavenhagener Verwaltung. Doch da habe die Kommunalaufsicht nicht mitgespielt. Adelheid Peters hatte die Amtsgeschäfte nämlich ohnehin schon in ihren Händen. Und da hätte es sicherlich auch keinen Unterschied gemacht, ob sie sich Bürgermeisterin oder nur Stellvertreterin nennt.

Adelheid Peters weiß schon, wie viel Arbeit es macht, eine Bürgermeisterin zu sein. Für sie sei es nicht einfach gewesen, sich von jetzt auf gleich in all die Dinge einzuarbeiten. Sie dankte den Mitarbeitern der Stavenhagener Verwaltung für die große Unterstützung dabei. Und sie sagte zu den Gemeindevertetern: „Ich denke, dass mir alle gut zur Seite stehen werden.“