Schloss wird Klinik:

Bürgermeister: Neue Chance für das Schloss Teschow

Viele Teterower sind immer noch verwundert darüber, dass im Schloss Teschow keine Hotelgäste mehr, sondern Patienten einkehren werden. Was hält eigentlich der Teterower Bürgermeister von diesen Plänen?

Dort entlang geht es für die Golfer zum nächsten Abschlag. In welche Richtung es für das Noch-Schlosshotel weitergeht, sollen die Teschower am 8. Mai genauer erfahren.
Eckhard Kruse Dort entlang geht es für die Golfer zum nächsten Abschlag. In welche Richtung es für das Noch-Schlosshotel weitergeht, sollen die Teschower am 8. Mai genauer erfahren.

Burnout-Kranke statt Hotelgäste? Der geplante Wechsel vom Schlosshotel Teschow zur Privat-Klinik ist für den Teterower Bürgermeister Reinhard Dettmann (parteilos) auf keinen Fall ein Nachteil für den Ortsteil Teschow und für die Stadt selbst. Er rechnet auch nicht mit einem Rückgang der Touristenzahlen in Teterow. Die kämen ja nicht nur aus der Stadt selbst, sondern vor allem auch aus dem Umland. Hotels, Gasthöfe und Urlauberquartiere gebe es trotzdem genügend. Vielleicht wachse daraus ja auch die Chance für kleinere und private Unterkünfte, in Zukunft mehr Gäste aufzunehmen, meint Dettmann.

Das Unternehmen Arcona Hotels & Ressorts, das viele Hotels in Deutschland betreibt, hatte vor wenigen Tagen klar gemacht, dass der Hotelbetrieb auslaufen wird, weil die Auslastung zu gering ist. Im Oktober soll unter der Regie der Limes Schlosskliniken Gruppe eine private Klinik für Burnout-Patienten entstehen. Die Arbeitsplätze bleiben erhalten. „Ich finde es angemessen, dass sie jetzt reagiert haben“, sagte der Bürgermeister zu diesem Schnitt.“ Dadurch bekomme das Haus eine neue Chance.

Für Reinhard Dettmann ist die Neuausrichtung des Schlosses in diese Branche auch gar keine Überraschung. Denn gerade die Verknüpfung von Tourismus und Gesundheitswirtschaft sei ein Ziel, dass man sich im Land Mecklenburg-Vorpommern auf die Fahnen geschrieben hat. Insofern könne man diesen Wechsel sogar als eine Pionierleistung für Teterow betrachten, schätzt Dettmann ein.

Stadtvertreter müssen noch zustimmen

Der Bürgermeister sieht den Ortsteil Teschow damit in einer Reihe von hochattraktiven Kliniken, die die Limes-Gruppe noch umbauen oder neu bauen will. Mit der Klinik käme zwar ein ganz anderes Klientel nach Teschow und Teterow. Dettmann weiß aber, dass vor allem auch Management-Mitarbeiter von großen deutschlandweit bekannten Unternehmen hier geheilt werden sollen. Damit verspricht der Bürgermeister sich auch einen größeren Bekanntheitsgrad von Teterow in Deutschland. Am 8. Mai wollen die Betreiber laut Dettmann die Teschower Einwohner zu einer Informationsrunde einladen.Wahrscheinlich wird Arcona dann auch über die Zukunft des Golfplatzes und der „Gutsschänke“ informieren. Denn der Platz und auch das separate Restaurant werden weiterhin von Arcona betrieben.

Auch die Teterower Stadtvertreter werden sich mit den neuen Plänen für das Schloss beschäftigen. Sie müssen ihr gemeindliches Einvernehmen erteilen, wenn der Klinikbetreiber beim Landkreis eine Nutzungsänderung für das Schloss beantragt, erläuterte Dettmann. „Wegen der Bedeutung des Hotels werde ich auch die Ausschüsse beteiligen.“ Dass die Stadtvertreter am Ende gegen die Nutzungsänderung stimmen, glaubt der Bürgermeister indes nicht. „Ich kenne keinen Stadtvertreter, der sich negativ dazu geäußert hat.“ Außerdem kämen mit der Klinik über das ganze Jahr kontinuierlich Menschen in die Region. Das könne auch ein Vorteil sein.