Wasserzweckverband lenkt ein:

Chefetage will auf alle Fragen antworten

Kein Kommentar hieß es zuletzt aus der Chefetage des Wasserzweckverbands Malchin Stavenhagen. Nun stehen die Signale wieder auf Gesprächsbereitschaft. Die Verbandsvorsteherin Inge Maischak will die offenen Fragen beantworten.

Verbandsvorsteherin Inge Maischak
Eckhard Kruse Verbandsvorsteherin Inge Maischak

Der Wasserzweckverband Malchin Stavenhagen will nun doch wieder mit dem Nordkurier über die starke Gebührenanhebung sprechen. Erstmals meldet sich jetzt schriftlich die Verbandsvorsteherin Inge Maischak zu Wort, die auch Bürgermeisterin der Gemeinde Kittendorf ist. Sie bietet der Redaktion ein Interview an. Darin sollen auch alle Fragen beantwortet werden, die der Nordkurier an Maischaks Stellvertreter, Jörg Lange, Bürgermeister von Malchin, geschickt hatte. Lange hatte versprochen, sich um die Beantwortung der offenen Fragen zu kümmern.

Ob es nun im Vorstand mächtig gekracht hat oder was sonst den Sinneswandel bewirkt hat, darüber könnte man nur spekulieren. Der Nordkurier wird dieses Angebot der Verbandsvorsteherin aber sehr gerne annehmen. Denn noch immer sind viele Fragen offen, die die Bürger bewegen. So ist immer noch unklar, warum die Grundgebühren für Abwasser nicht früher und schrittweise, sondern gleich um 115 Prozent angehoben wurden. Denn nun werden die Portemonnaies der Einwohnern um den gleichen Satz belastet. Es gab bisher keine grundsätzliche Antwort, ob die neu eingeführten und bei Bürgern heftig kritisierten Grundgebühren für Kleinkläranlagen sozial ungerecht sind. Offen sind weiter Fragen, ob es Fehler in der Verbandssatzung und in der Abrechnung gibt. Dann wollte die Redaktion wissen, ob es stimmt, was Kritiker ausgerechnet haben: Dass die Grundgebühren für einige Unternehmen um 500 bis 677 Prozent gestiegen sind.

Maischak: Gebührenerhöhung zwingend notwendig

In ihrer „Wortmeldung“ stellt Inge Maischak schon einmal klar, dass es vor der Gebührenerhebung umfassende Beratungen mit dem Vorstand, den Bürgermeistern, dem Rechnungsprüfungsausschuss und dem Wirtschaftsprüfer vorausgegangen sind. Bei einer Klausurtagung seien den Bürgermeistern verschiedene Modelle vorgestellt worden. Alle Bürgermeister hätten die Möglichkeit gehabt, sich gründlich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Zehn Bürgermeister hätten das Angebot genutzt, die Gebührenanpassung in den Gemeinde- und Stadtvertretersitzungen zu erläutern.

Inge Maischak betont, dass die neue Grundgebühr für Kleinkläranlagen dem Gleichbehandlungsgrundsatz entspricht. Die Gebührenerhöhung insgesamt sei zwingend notwendig gewesen, damit der Verband seine hoheitliche Aufgabe in der Wasserver- und Wasserentsorgung sicher wahrnehmen kann.

Die Verbandsvorsteherin widerspricht vehement der Darstellung, dass der Wasserzweckverband Fragen nicht beantwortet oder gar gemauert hat. Dabei hieß es aber zuletzt aus der Chefetage: Kein Kommentar zur Gebührenerhöhung.