Aus Geldnot:

Dahmen verscherbelt die Jugendherberge

Einen Sommer lang versuchte die Gemeinde, einen Betreiber für die Herberge zu finden. Jetzt wird sie aber doch verkauft.

Die Jugendherberge Dahmen steht zum Verkauf. Die Bemühungen der Gemeinde um einen neuen Betreiber blieben erfolglos.
Eckhard Kruse Die Jugendherberge Dahmen steht zum Verkauf. Die Bemühungen der Gemeinde um einen neuen Betreiber blieben erfolglos.

Keine Spur von Optimismus war bei den Gemeindevertretern in Dahmen zu spüren. Ohne Diskussion stimmten sie dem Vorschlag des Bürgermeisters Philipp Maerz zu, die Jugendherberge der Ostsee-Sparkasse zur Vermarktung anzutragen. Innerhalb eines halben Jahres war die Stimmung jäh gekippt. Nachdem das Jugendherbergswerk den Betrieb im April eingestellt hatte, war man in der Gemeindevertretung zuversichtlich, schon bald einen neuen Betreiber gewinnen zu können. Mehrere Interessenten hatten auch vorgesprochen. Doch letztlich griff niemand zu. Damit ist nicht nur eine ganze Saison verloren. Die Kommune steht enorm unter Kostendruck. Im Zuge der Haushaltskonsolidierung kam man in der Gemeindevertretung zur Entscheidung, sich von der Immobilie zu trennen. Wohl wissend, dass Kaufinteressenten nicht gerade Schlange stehen.

Überhaupt scheint die Gemeinde derzeit auf dem Immobilienmarkt vor einem Kehraus zu sein. Denn zum Verkauf steht bekanntlich auch die Wassermühle Ziddorf, nachdem der Erwerb durch die vormalige Betreiberin nicht zustande gekommen war. Nach einer internen Inventur hat Dahmen darüber hinaus etliche Baugrundstücke zur Vermarktung freigegeben. So zwei Parzellen Am Anger in Ziddorf, weitere in Dahmen.

Bei Dorfbewohnern löst das erst mal Erstaunen aus. Denn in der Vergangenheit waren etliche Bauwillige von dannen gezogen, weil es hieß, es gebe kein Bauland. Das relativierte Bürgermeister Philipp Maerz. Ein Bebauungsplan liege seit Längerem vor. Allerdings waren auf einem Standort Eigentumsfragen zu klären, räumte er ein. Darüber hinaus müssten einige der jetzt ausgewiesenen Grundstücke noch erschlossen werden. „Das bedeutet erst einmal nicht unerhebliche Zusatzkosten, bevor Geld in die Gemeindekasse kommt“, betonte der Bürgermeister. Ob sich die Erwartungen, über den Verkauf von Eigentum aus den roten zahlen zu kommen, erfüllen werden, bleibt indes fraglich.

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