Verfahren eingeleitet:

Daisys Tragödie hat ein juristisches Nachspiel

Sie war nicht der erste Hund, der in Malchin gerettet wurde. Doch bei ihr kam jede Hilfe zu spät. Ein ärztliches Gutachten zeigt indes, wie schlecht es der Hündin ging. Nun ist der Halter am Zug.

Daisys trauriger Blick lässt nur erahnen, welche Torturen die sterbenskrank sich selbst überlassene Hunde-Dame durchleben musste.
Kerstin Lenz Daisys trauriger Blick lässt nur erahnen, welche Torturen die sterbenskrank sich selbst überlassene Hunde-Dame durchleben musste.

Vor knapp vier Monaten sorgte das Schicksal der vernachlässigten Malchiner Hunde-Dame Daisy für große Betroffenheit. Ihre Tortur überlebte die Hündin nicht, wofür sich der ehemalige Halter nun vor Gericht verantworten muss. Der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg liegt mittlerweile der tierärztliche Befund vor, weshalb einem Verfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz nun nichts mehr im Wege steht. „Laut Strafprozessordnung obliegt es nun dem Beschuldigten, sich zu der Tat zu äußern – oder eben nicht“, erklärte Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler. Einen zeitlichen Rahmen gebe es dafür jedoch nicht.

Aus dem Gutachten der Tierklinik geht indes hervor, dass die 13-jährige Hündin ihre letzten Lebenstage in schwerer Krankheit verbringen musste. Eitrige Entzündungen und Gelenkserkrankungen sind nur einige der diagnostizierten Beschwerden. Weiterhin ist dem Bericht deutlich zu entnehmen, dass der damalige Besitzer unbedingt hätte tätig werden müssen, um Daisy diesen langen und qualvollen Leidensweg zu ersparen. Stattdessen überließ der Halter den Rotweiler-Mix einfach sich selbst. Während einer Not-OP stieß ein Tierarzt außerdem auf zahlreiche Metastasen in Leber und Milz. Der erlösende Schritt war nunmehr unumgänglich und so ließ man die Hündin nicht wieder aus der Narkose erwachen.

Nur zwei Tage zuvor hatte man die abgemagerte Hündin aus einer völlig verdreckten Wohnung in Malchin befreit. Das jämmerliche Gewimmer des Mischlings und übler Gestank hatten Nachbarn zum Handeln veranlasst. Der Vermieter und Kerstin Lenz vom Demminer Tierschutzverein verschafften sich daraufhin Zutritt und konnten ihren Augen kaum glauben. Kot und Urin waren in der gesamten Wohnung. Mittendrin die sichtlich geschwächte Hündin in einem desolaten Zustand.

Wie mit dem Beschuldigten nun weiter verfahren wird, hängt von seiner Bereitschaft zur Kooperation ab, sagte Staatsanwalt Zeisler.

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