Gerüche-Küche:

Das Stinken nimmt kein Ende: Ist es etwa Gülle?

Eine Gestank-Quelle in Stavenhagen soll angeblich die Biogasanlage in Richtung Gülzow sein. Doch das bestreitet der Betreiber vehement. Und hat für den Mief eine ganze andere Erklärung parat. Aber die ist wohl auch nicht der Weisheit letzter Schluss.

In der Nähe der Biogasanlage zwischen Stavenhagen und Gülzow soll in den vergangenen Tagen Gülle auf die Äcker ausgebracht worden sein. Kam vielleicht auch daher die Dunstwolke nach Stavenhagen?
Patrick Pleul/Symbolbild In der Nähe der Biogasanlage zwischen Stavenhagen und Gülzow soll in den vergangenen Tagen Gülle auf die Äcker ausgebracht worden sein. Kam vielleicht auch daher die Dunstwolke nach Stavenhagen?

Es weht nur ein laues Lüftchen an diesem Freitag. Ein Geruch von Silage zieht durch die Nase. Nichts Unangenehmes. Ein Schaufelbagger hat gerade die Anlage gefüttert. Eigentlich steht die Biogasanlage zwischen Stavenhagen und Gülzow weit ab von der Wohnbebauung. Seit 2011 gibt es diese. Dass der Gestank in der Reuterstadt jetzt von hier aus kommen soll, das schließt Betreiber Hendrik Stadtbäumer aus. Die angrenzende Schweinemastanlage sei stillgelegt. Die Biogasanlage sei verschlossen, sodass kein Methan entweichen könne. Wer solche Mutmaßungen einer Geruchsbelästigung aufstelle, der möchte ihm erklären, wie das gehen soll.

In den letzten Tagen habe strammer Nord-, Nordostwind geherrscht. „Wenn es in der Stadt riecht, kann es nach Adam Riese nur aus dem Gewerbegebiet kommen“, meint er. „Oder von der Kläranlage.“ Man brauche sich nur die Werte der Windrichtung anschauen. Wenn der Gestank von der Anlage gekommen wäre, dann würde der über Neubauhof ziehen und da hätte es geduftet. Stattdessen habe es die ganze letzte Woche in Stavenhagen übelst gerochen.

Futterroggen liegt abgedeckt auf dem Gelände. Der Tank für die Rindergülle, die angefahren wird, befindet sich in der Erde. Zwar ragt ein dicker Schlauch aus dem Güllebehälter, aber es riecht nicht. Wasserkanister stehen bereit. Sobald etwas von der Jauche daneben geht, werde diese sofort mit Wasser beseitigt, erzählt ein Mitarbeiter vor Ort. Er glaubt es auch nicht, dass der Fäkalien-Dunst von hier ausgeht.

In der Anlage habe es gerade eine Durchsicht gegeben, sämtliche Filter seien gewechselt worden. Bis jetzt sei ihm auch noch nichts zu Ohren gekommen, dass sich einer über die Biogasanlage beschwert hätte. „Hier war noch keiner.“

War es die Biogasanlage?

Aber er hat vielleicht eine andere Erklärung, warum es aus Richtung der Anlage geduftet haben könnte. Ein Landwirt soll auf den Äckern  Gülle ausgebracht haben. Der Mais sei gerade abgeerntet gewesen, da sei der „Dünger“ aufs Feld gekommen. Dass das nicht ohne Gerüche vonstatten geht, das ist auch Hendrik Stadtbäumer klar. „Das ist ganz normal“, sagt er. Doch allein das kann es auch nicht gewesen sein, warum den Stavenhagenern der Mief in die Nase fährt.

Petra Tertel, Geschäftsführerin des Wasser- und Abwasserzweckverbandes Malchin-Stavenhagen geht ja selbst von mehreren Ursachen aus. Hinweise von Bürgern hätten aber eindeutig als eine Geruchsquelle die Lage der Biogasanlage ausgemacht. Nach anderen werde weiter gesucht. Deshalb bittet der Wasserzweckverband auch weiterhin die Bürger darum, sich zu melden, wenn es in der Stadt müffelt.

Experten werden unterdessen nächste Woche die Kläranlage unter die Lupe nehmen. Irgendwoher muss ja der Gestank kommen. Und dem Zweckverband liegt viel daran, die Ursachen zu finden.

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