Überraschung in der Bibliothek:

Der Ausleih-Hit: Wie entlarve ich meine Stromfresser?

Nicht etwa ein Buch wurde in der Stavenhagener Stadtbibliothek am häufigsten ausgeliehen. Auf dem Spitzenplatz landet ein Gerät an, das den Stromverbauch im Haushalt misst.

Zufall: Das meist ausgeliehene Medium in der Stadtbibliothek Stavenhagen, ein Stromverbrauchsmesser, war gerade abgegeben worden. Es wurde öfter entliehen als die beliebtesten Bücher.
Eckhard Kruse Zufall: Das meist ausgeliehene Medium in der Stadtbibliothek Stavenhagen, ein Stromverbrauchsmesser, war gerade abgegeben worden. Es wurde öfter entliehen als die beliebtesten Bücher.

Es gibt Bücher, die wurden der Stavenhagener Bibliothekarin Janett Will in diesem Jahr nur so aus der Hand gerissen. Auf den Spitzenpositionen: „Erwartung“ von Jussi Adler-Olsen, der „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ von Jonas Jonasson und Bücher aus der „Clarissa“-Serie von Christopher Ross. Diese Bände waren seit ihrem Erscheinen kaum in den Bibliotheksregalen zu finden. „Meist liegen schon Reservierungen vor“, erzählt sie.

Doch diese höchste Ausleihdauer von 12 Mal im Jahr konnte ein Medium leicht toppen. Das hat zwar so rein gar nichts mit der Fähigkeit des Lesens zu tun. Es sei denn, der Benutzer will die Gebrauchsanweisung durchlesen. Es handelt sich nämlich um ein Gerät, mit dem man den Stromverbrauch in den eigenen vier Wänden messen kann, sagte Janett Will. Das Gerät hat sie im Frühjahr vom Bundesministerium für Umwelt bekommen. Seitdem ist der Karton Woche für Woche - insgesamt 32 Mal - ausgeliehen worden.

Das kleine Gerät deckt auf, wenn die alte Waschmaschine und der in die Jahre gekommene Kühlschrank zu Stromfressern geworden sind. Es zeigt an, wenn die Stehlampe viel mehr verbraucht als gedacht. Und es spürt auch Dinge auf, die für den Verstand eigentlich unverständlich sind. So gibt es Radios und CD-Player, die im ausgeschalteten Zustand immer noch viel Strom verbrauchen. Und wer hätte gedacht, dass es Steckdosenleisten gibt, die nach dem Ausschalten mehr Strom ziehen als vorher.

„Viele Stavenhagener sind überrascht, dass einige Geräte so viel Strom fressen“, berichtet die Bibliotheksleiterin von Kunden, die den Stromrechner ausgeliehen hatten. Etliche Menschen seien stutzig geworden, andere würden über einen Neukauf nachdenken oder hätten sich zumindest vorgenommen, den Netzstecker öfter mal ganz aus der Dose zu ziehen.

Der Stromrechner wird zwischen die Steckdose und das zu messende Gerät geschaltet. Es zeigt dann über einen Tag bzw. über 7 oder 30 Tage an, wie viel Strom jedes einzelne Haushaltsgerät verbraucht.

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