Gedenken an Absturzopfer:

Der einzige Überlebende

Am 24. November 1999 geschah das immer noch Unfassbare. Im Wald bei Basepohl stürzte ein Polizeihubschrauber ab. Ein Demminer überlebte wie durch ein Wunder.

Der Demminer Dieter Schonschadowski hat als einziger den Hubschrauberabsturz vom 24. November 1999 überlebt. Am Montag kamen Vertreter der Hubschrauberstaffel, Polizisten und Angehörige zusammen, um der Opfer zu gedenken.
Kirsten Gehrke Der Demminer Dieter Schonschadowski hat als einziger den Hubschrauberabsturz vom 24. November 1999 überlebt. Am Montag kamen Vertreter der Hubschrauberstaffel, Polizisten und Angehörige zusammen, um der Opfer zu gedenken.

Es kommt alles wieder hoch. Gerda Basedow stehen Tränen in den Augen. Immer um diese Zeit im Jahr, sei es besonders schlimm. 15 Jahre ist es her, als ihr Mann Hans-Jürgen Basedow beim Absturz eines Polizeihubschraubers im Wald bei Basepohl ums Leben kam.

Damals hat sie irgendwas geahnt. "Es war schon halb vier und er kam nicht", erzählt sie leise. "Da wusste ich, es muss was passiert sein." Von dem Unglück hatte sie schon in den Nachrichten gehört. "Aber da wusste ich nicht, dass mein Mann dabei war." Sie kann es noch immer nicht fassen. Der 24. November ist für sie ein schwerer Tag. Mit Tochter Kerstin Boldt kommt die Demminerin an die Unglücksstelle, wie jedes Jahr.

Ein Wunder in all der Tragik

Dieter Schonschadowski freut sich, dass diesmal so viele zum Gedenken gekommen sind. "Ich bin positiv überrascht", sagt er ergriffen. Der 58-jährige Demminer wird den 24. November 1999 auch nie vergessen. Datum und Uhrzeit hat er immer im Kopf. Es war ein sonniger Tag, ein Mittwoch, morgens lag ein bisschen Schnee. Zum ersten Mal sollte vom Hubschrauber aus der Verkehr um Demmin überwacht werden. Dieter Schonschadowski und Hans-Jürgen Basedow begleiteten als Demminer die Crew der Hubschrauberstaffel.

Am Vormittag war noch alles in Ordnung, lief der Einsatz normal. Niemand ahnte, wie nah die Katastrophe war. Es geschah am frühen Nachmittag. Schonschadowski weiß, dass es 14.20 Uhr war. Sie waren vom Tanken aus Neubrandenburg zurückgekehrt, überflogen das ehemalige Flugplatzgelände der Bundeswehr-Kaserne Basepohl. Es hat geknallt und gescheppert. Dann lag der Helikopter zerschellt am Boden. Die Flügel hatten sich in den Bäumen verfangen.

Die Angst vor dem Fliegen

Wie durch ein Wunder überlebte Schonschadowski. Mit Bänderdehnung am rechten Sprunggelenk, ausgekugelter Schulter, zwei gebrochenen Rippen und Schnittwunden kam er ins Krankenhaus. Soldaten hatten ihn aus dem Wrack geborgen, erinnert er sich. Noch immer fällt es ihm schwer, über den Absturz zu erzählen. Seit 15 Jahren hat er ein zweites Leben. Damals war es sein erster Flug. Ausgerechnet der endete so tragisch. Doch er überwandt seine Angst und flog knapp ein Jahr später wieder mit einem Polizeihubschrauber. "Nach Malchin, über den Kummerower See und Teterower Bergring", erzählt er. Zwei oder dreimal sei er nach dem Unglück danach noch mal geflogen. "Beim ersten Mal hatte ich einen ziemlichen Kloß im Hals", gibt er zu.

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