Stadtvertretung:

Die Abriss-Pläne sind vom Tisch

Die wochenlangen Proteste der Mieter hatten offenbar Erfolg. Malchins Stadtvertreter wollen erst einmal ein Entwicklungskonzept für den Ortsteil Remplin sehen. Das könnte aber auch über viele Jahre Stillstand bedeuten.

Der Protest der Anwohner blieb nicht ungehört: Die Wohnblöcke in Remplin sollen vorerst stehen bleiben.
Torsten Bengelsdorf Der Protest der Anwohner blieb nicht ungehört: Die Wohnblöcke in Remplin sollen vorerst stehen bleiben.

Den Förderantrag hatte die Stadt Malchin bereits nach Schwerin geschickt. Schnell sollte es gehen mit dem Geld, mit dem die beiden Wohnblöcke in der Rempliner Schlossstraße abgerissen werden sollten. Jetzt muss Malchins Bürgermeister Jörg Lange den Antrag zurückziehen. Die Stadtvertreter haben am Mittwochabend mit großer Mehrheit beschlossen, dass erst geklärt sein muss, was aus dem Malchiner Ortsteil werden soll. Ein solches Entwicklungskonzept hatte die Fraktion Die Linke zuvor gefordert. Einen Abriss der beiden Wohnblöcke, aus denen eine ganze Reihe von Mietern partout nicht ausziehen will, wird es damit vorerst nicht geben. Möglicherweise ist er sogar ganz vom Tisch.

Seit dem Sommer hatten die Mieter mit verschiedenen Aktionen gegen die Abrisspläne protestiert. Die Malchiner Wohnungsgesellschaft will als Vermieter die Blöcke loswerden, da bereits etliche Wohnungen leer stehen.

Dem Beschluss vorausgegangen war erneut eine sehr emotional geführte Debatte. Anders als einst im Rempliner Park rede man diesmal nicht nur über Bäume, sondern über Menschen, erklärte etwa Bürgervorsteher Andreas Hammermüller (CDU), der damit auffallend auf Distanz zu seinem Parteifreund Werner Neumann ging. Neumann hatte dagegen gewarnt, dass eine positive Entwicklung des Ortsteils Remplin auf den „Sankt Nimmerleinstag“ verschoben werde, sollte der Abriss ausgesetzt werden.

Während zahlreiche Rempliner, die die Debatte im Rathaussaal verfolgt hatten, erleichtert nach Hause fahren konnten, meldeten sich auch gleich die Befürworter eines Abrisses zu Wort. Auch die Ruinen-Häuser an der Bundesstraße würden jetzt in Remplin auf viele Jahre stehen bleiben, meinte Lothar Soldwisch (CDU).

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