Experte warnt vor Giftpilzen:

Die Gefahr lauert auch im Kindergarten

Geübte Sammler können bereits im Sommer mit einem vollen Pilz-Korb aus dem Wald zurückkehren. Doch ein Experte warnt: Auch giftige Exemplare sind dabei. Der Sachverständige weiß, was dann zu tun ist.

Überall Pilze, doch Manfred Böttcher behält den Überblick. Anhand von Farbe, Geruch, Geschmack und Aussehen kann der Sachverständige jeden noch so seltenen Pilz bestimmen.
Torsten Bengelsdorf Überall Pilze, doch Manfred Böttcher behält den Überblick. Anhand von Farbe, Geruch, Geschmack und Aussehen kann der Sachverständige jeden noch so seltenen Pilz bestimmen.

Die Gefahr lauert manchmal bereits unter einem unscheinbaren Gebüsch. An feuchten, schattigen Standorten wie diesen sprießen gerne Pilze, darunter auch giftige. Und wenn das Gebüsch zum Grundstück eines Kindergartens gehört, dann kann das zu einem ernsthaften Problem für den Nachwuchs werden. Völlig ungefährlich und zierlich können die Pilze aussehen, doch schon beim Verzehr kleiner Mengen verursachen sie üble Bauschmerzen. Oft können die Kinder dann nicht mehr genau erklären, was sie gegessen haben. Der Pilzexperte Manfred Böttcher hat schon häufiger Giftpilze an solchen Stellen gefunden und warnt: „Regelmäßige Rasenpflege hilft, jegliches Pilzwachstum zu beseitigen.“ Einfaches Abharken reiche da bereits aus.

Die ersten giftigen Pilze stehen schon in den Startlöchern

Pilze im Sommer? „Wer viel in Wald und Flur unterwegs ist, findet mit etwas Glück schon mal eine kleine Mahlzeit“, sagt Böttcher. Klassiker wie Steinpilz und Marone sprießen noch nicht, Pfifferlinge oder Champignons seien aber schon bald zu erwarten. „Wenn es regnet, geht es los,“ so Böttcher, der einer von fünf ehrenamtlichen Pilzsachverständigen des Seenplatten-Landkreises ist. Aus dem giftigen Lager hat er in diesem Jahr bereits Rißpilze oder den Gartenschirmling gefunden, beispielsweise auf Kompost in Gartenhäusern oder an geschützten Stellen in Parks.

Bei Übelkeit Arzt anrufen

Ungefähr 1000 Pilzarten gibt es in der Region, zu viele, um sie zuverlässig auseinander halten zu können. Sollte ein giftiges Exemplar in der Pilzpfanne gelandet sein, dann gilt: Schon ein kleiner Pilz kann tödlich sein. Sollte der Verdacht einer Vergiftung bestehen, wenn nach der Mahlzeit beispielsweise Magenkrämpfe oder Übelkeit auftreten, dann ist es immer ratsam, einen Arzt hinzuzuziehen. Der kontaktiert dann meist die Giftnotrufzentrale oder den Sachverständigen und anhand von Aussehen, Geschmack und Geruch kann ein Experte den Pilz bestimmen. Hilfreich sind Informationen zum Fundort. Böttcher empfiehlt außerdem, immer die Putzreste aufzubewahren. Auch anhand des Erbrochenen lässt sich die Art der Vergiftung analysieren.

Böttchers Pilzberatungsstelle hilft außerdem weiter, wenn Spaziergänger ihr Sammelgut nicht sicher bestimmen können. Die Auskünfte für den ungetrübten Pilzgenuss sind kostenlos.

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