Wie steht es um die Arztversorgung?:

Die Schweiz atmet auf: Es gibt genug Ärzte!

81 niedergelassene Ärzte kümmern sich in der Mecklenburgischen Schweiz um die Gesundheit der Bevölkerung. Das ist ein recht guter Stand. Dennoch haben Patienten Angst, dass bald kein Arzt mehr für sie da ist. Ein Bestandsaufnahme.

Optimistisch: Dirk Woidich, Kreisstellenleiter Malchin der Kassenärztlichen Vereinigung.
Eckhard Kruse Optimistisch: Dirk Woidich, Kreisstellenleiter Malchin der Kassenärztlichen Vereinigung.

Allzu oft wird ein Horrorszenario heraufbeschworen. Viele Mediziner würden bald in den Ruhestand gehen. Es drohe ein immer weiter voranschreitender Ärztemangel. So wird auch in der Mecklenburgischen Schweiz geredet. Doch gibt es aktuell keinen Grund für diese Befürchtungen. Das ist auf der Internetseite des Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Mecklenburg-Vorpommern ersichtlich, wo alle Mediziner aufgelistet sind.

Und auch Dirk Woidich, Facharzt für Allgemeinmedizin und Kreisstellenleiter der KV Malchin, kann noch keinen gravierenden Arztmangel erkennen. „Was fehlt ist ein Facharzt für Psychiatrie“, sagt er. Patienten müssten derzeit immer nach Neubrandenburg oder andere in andere größere Städte fahren. Und auch in Neukalen könnte es einen Einschnitt geben. Wenn Wolfgang Tietz noch in diesem Jahr seine Praxis aus Altersgründen schließt, dann gibt es nur noch eine Allgemeinmedizinerin in dieser Stadt.

81 niedergelassene Ärzte

Insgesamt sieht es sehr gut aus: 81 niedergelassene Haus- und Fachärzte kümmern sich um die Gesundheit der Bewohner von Stadt und Land. 41 Mediziner heilen die Kranken im Altkreis Malchin. Auf dem Gebiet des Altkreises Teterow mit Gnoien sind es genau 40 Ärzte. Mediziner, die in den beiden Krankenhäusern Malchin und Teterow arbeiten, sind dabei nicht eingerechnet.

„Natürlich gibt es auch ältere Ärzte“, weiß Dirk Woidich. Doch zumindest im Bereich Malchin konnten bislang für alle Praxen Nachfolger gefunden werden. Ob das auch in Zukunft so sein wird, das könne man heute noch nicht sagen. „Die Ärzte sind bemüht, Nachfolger zu finden.“ Doch die Kassenärztliche Vereinigung wisse nicht automatisch, wann ein Mediziner in den Ruhestand gehen will.

Wie es mit der Ärzteversorgung in zehn Jahren aussehen wird, könne man heute noch nicht sagen. Zum einen müsse man schauen, ob und wie stark die Zahl der Einwohner zurückgehe. Zum anderen sei man davon abhängig, wie viele Studenten im Land zu Ärzten ausgebildet werden.

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