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Dieser Tanker löste einst die Milchkanne ab

Die Neukalener Feuerwehr ist ihr altes Löschfahrzeug lange nicht losgeworden. Jetzt hat sich aber doch noch jemand gefunden, der es haben will. Mit dem Erlös bringt die Stadt einen ganzen Fuhrpark in Bewegung.

20 Jahre lang war das Tanklöschfahrzeug in Neukalen immer mit im Einsatz, wenn es brenzlig wurde. Mit seinem Abschied erweist es der Stadt nochmal einen großen Dienst.
Torsten Bengelsdorf 20 Jahre lang war das Tanklöschfahrzeug in Neukalen immer mit im Einsatz, wenn es brenzlig wurde. Mit seinem Abschied erweist es der Stadt nochmal einen großen Dienst.

An diesen Einsatz kann sich Rico Zoschke noch sehr gut erinnern, obwohl der Brand des alten Schulgebäudes im Neukalener Ortsteil Warsow doch schon gut 20 Jahre zurückliegt. Mit Milchkannen seien die Feuerwehrmänner damals gelaufen, um Löschwasser heranzuschaffen. Das sollte nicht noch einmal passieren. Und deshalb machte sich der damalige Bürgermeister Günter Plagens selbst auf den Weg, um seiner Feuerwehr endlich ein Tanklöschfahrzeug zu beschaffen.

Wie viele Einsätze der Tanker seitdem absolviert hat, das kann so genau niemand mehr sagen. Doch als vor drei Jahren ein Brandstifter sein Unwesen in der Peenestadt trieb, da war das Fahrzeug wohl fast jede Woche unterwegs. Am Donnerstag hieß es nun Abschied nehmen von dem Löschauto, das im Juni 1981 im Westen Deutschlands zum ersten Mal zugelassen worden war. "Wir sind ja kein Museumsverein", sagt Rico Zoschke, inzwischen Wehrführer in Neukalen. Wenn auch viele Erinnerungen daran hängen, nein, besonders schwer falle es ihm nicht, das Fahrzeug abzugeben, zumal seit dem vergangenen Jahr längst ein neuer Tanker im Gerätehaus steht.

Andere Feuerwehren wollten den Tanker nicht

Mit dem alten Fahrzeug hat die Stadt Neukalen jetzt noch ein lukratives Geschäft eingefädelt, das fast den gesamten Fuhrpark der Stadt in Bewegung bringt. Der Seenplatten-Landkreis hat sich das Auto nämlich am Donnerstag abgeholt und will es noch als Ausbildungsfahrzeug umrüsten. Zuvor hatte Neukalen vergeblich versucht, den Tanker anderen Feuerwehren anzubieten. "Der Landkreis gibt uns jetzt 20 000 Euro für ein neues Mannschaftsauto für die Feuerwehr. 10 000 Euro müssen wir dazu als Stadt noch mit drauflegen", erklärt der Bürgermeister.

Die Stadtvertreter haben diese Summe inzwischen auch locker gemacht. Den bisherigen Mannschaftswagen der Feuerwehr bekommt dann der Stadtbauhof, der dafür seinen Transporter ausrangieren kann. Der klappert nach vielen Jahren im Dienste der Stadt nun auch schon an allen Ecken und Enden. Mit Blaulicht wird der Stadtbauhof allerdings nicht umherfahren. Die Leuchten werden vor der Übergabe abmontiert.