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Dorfleute verzichten auf Straßenbeleuchtung

15 Haus- und Hofbesitzer durchkreuzen die Pläne der Neukalener Stadtväter, die Dorfstraßen mit kostengünstigerem Licht zu erhellen. Die Stadtvertreter reagieren darauf ziemlich sauer. Dem Ortsteil könnten jetzt ziemlich düstere Zeiten bevorstehen.

Eine Warsower Straßenlampe aus DDR-Zeiten.
Torsten Bengelsdorf Eine Warsower Straßenlampe aus DDR-Zeiten.

In absehbarer Zeit dürfte es in weiten Teilen von Warsow ziemlich düster aussehen. 15 Haus- und Hofbesitzer haben es der Stadt Neukalen nämlich untersagt, auf ihren Grundstücken am Dorfstraßenrand neue Straßenlampen aufzustellen. Und das, wo doch die Stadtväter in dem Ortsteil jetzt die gesamte Straßenbeleuchtung auf die effizientere und günstigere LED-Technik umrüsten wollen. Die alten Leuchten stammen noch aus DDR-Zeiten und machen bereits einen ziemlich abenteuerlichen Eindruck.

Erneuert werden dürften sie wohl vorerst nicht mehr. Den Stadtvertretern ist nun wegen des Warsower Lampen-Widerstandes der Kragen geplatzt. „Die alten Lampen verursachen das Sechsfache der Beleuchtungskosten. Da können wir die doch nicht mehr instandsetzen“, meinte zum Beispiel Herbert Wilke. Und Vize-Bürgermeister Michael Rinke fordert sogar eine Festlegung, dass die Stadt für die veralteten Straßenlampen gar nicht mehr zuständig ist. Das Licht ausknipsen will man den aufmüpfigen Warsowern nun aber nicht gleich. Solange die alten Lampen noch funktionieren, dürfen sie auch weiterhin leuchten. Danach ist Schluss.

Plan B gibt es schon

Aber warum legen es einige Warsower darauf an, dass dann irgendwann das halbe Dorf im Dunkeln versinkt? „Wir haben doch Licht am Auto. Das reicht“, winkt ein Anwohner ab. Und das ist durchaus ernst gemeint. „Wozu brauchen wir überhaupt Lampen“, fragt auch Ernst Kasten. Auf den Höfen würden Bewegungsmelder das Licht einschalten – völlig ausreichend, meint Kasten. Er fürchte als Rentner auch, dass er kräftig zur Kasse gebeten wird, wenn auf seinem Grundstück diese LED-Lampen installiert werden. Seine Fläche am Straßenrand verkaufen, wie die Stadt vorgeschlagen hat, kommt für ihn nicht in Frage.

Bürgermeister Willi Voß (CDU) will nun noch einmal in einer Einwohnerversammlung versuchen, die Warsower umzustimmen. Gelingt das nicht, gibt es auch schon einen Plan B. Die in Warsow eingesparten LED-Lampen könnten dann an der Neukalener Ziegelei aufgestellt werden.