Gemeinsame Sache:

Drei Dörfer ackern für eine Badestelle

Kittendorf und Jürgenstorf greifen ihrer Nachbargemeinde unter die Arme. Mit Stärke und Technik richten sie die gemeinsame Badestelle am Rützenfelder See her. Die ersten Pfähle stehen schon. Jetzt zeichnen sich Probleme ab.

Gemeinsame Sache: Vier Gemeindearbeiter aus drei Gemeinden – Jens Erler, Lutz Sammet, Dirk Koßmann und Wladimir Botev – schälten die Stämme.
Eckhard Kruse Gemeinsame Sache: Vier Gemeindearbeiter aus drei Gemeinden – Jens Erler, Lutz Sammet, Dirk Koßmann und Wladimir Botev – schälten die Stämme.

Der Rützenfelder See liegt weitab der viel befahrenen Straßen. Zu finden ist er zwischen Wäldern und Äckern mitten im „Dreiländereck“ Rottmannshagen (Gemeinde Jürgenstorf), Zettemin und Kittendorf. Man muss sich schon auskennen, um zum See zu kommen, der höchstens noch durch seine Bungalow-Siedlung bekannt ist.

Der Rützenfelder See liegt zwar ganz klar auf dem Gebiet der Gemeinde Rützenfelde. Doch er ist weit und breit der einzige See. Er ist auch Badestelle für Jürgenstorfer, Rottmannshagener und Kittendorfer. Angler aus den angrenzenden Gemeinden ziehen hier so manchen Fisch aus den Fluten. Und so war es gar keine Frage für die Kittendorfer Bürgermeisterin Inge Maischak und ihren Jürgenstorfer Amtskollegen Norbert Köhler: Gemeinsam mit dem Zetteminer Bürgermeister Rainer Boldt entschlossen sie sich zu einer Zusammenarbeit – zugunsten der Region, ihrer Bürger und Badegäste.

Der krumme Steg wird begradigt

Denn eines ist klar: „Allein schaffen wir das nicht“, betont Rainer Boldt. Schließlich soll die Badestelle mit viel Manpower, Einsatzbereitschaft und einigen Euros hergerichtet werden. Schilf und Büsche werden entfernt. Der circa 40 Jahre alte, ziemlich krumme und baufällige Steg wird erneuert. „Es soll auch eine Feuerstelle angelegt werden“, erzählt der Kittendorfer Norbert Maischak. Das hätten Erfahrungen vom Ufer des Großen Varchentiner Sees gezeigt: Wenn es eine richtige feste Feuerstelle gäbe, dann würden die Leute auch sorgsam mit dem Umfeld umgehen.

Ob dieses Ziel erreicht wird, bleibt abzuwarten. Zum Start schälten vier Gemeindearbeiter aus den Dörfern Lärchenstämme. Die Hölzer hatte ein Landwirt mit seiner Technik kostenlos zum Strand gefahren, berichtet Maischak. Die Hölzer wurden zugeschnitten. Feuerwehrleute aus den drei Gemeinden schlemmten die Pfähle mit dem Druck aus Feuerwehrschläuchen in den Seeboden ein, erzählt Rainer Boldt. Auch Mitglieder aus den Angelvereinen Zettemin und Kittendorf halfen genauso wie einige Gemeindevertreter.

Einsatz musste verschoben werden

Doch auch nach einem neuen Einsatz am Wochenende sind die Arbeiten noch nicht beendet. Eigentlich sollten die Bohlen für den neuen Steg aufgebracht werden. Die Arbeiten wurden abgebrochen – wegen drohenden Regens. „Wir hatten aber auch technische Probleme“, sagt Rainer Boldt. Vom Boot aus gelang es nicht, die langen Pfähle für einen Quersteg in den Seeboden zu bekommen. Das Wasser ist etwa drei Meter tief. Hinzu komme eine zwei Meter dicke Schlickschicht. „Die Pfähle wackeln zu doll“.

Nun müsse eine andere Lösung her. Wie die aussehen wird oder ob es am Ende nur bei dem Längssteg bleibt, das konnte der Zetteminer Bürgermeister noch nicht sagen. „Wir werden mit Sicherheit weiter machen, aber nicht vor Pfingsten.“