Rückkehr vom Lebensfreude-Brunnen:

Drei nackte Frauen sollen vor die Kirche

Alle waren glücklich, als die Stadtvertreter vor über einem Jahr besiegelten, dass der Brunnen der Lebensfreude in die Innenstadt zurückkehrt. Doch jetzt stellt sich heraus: So toll ist die Idee wohl gar nicht. Nicht nur der Standort ist auf einmal umstritten.

Kommt das Denkmal noch einmal ins Wanken? Auf dem Platz zwischen Kirche und Kino soll der Brunnen der Lebensfreude in diesem Jahr aufgestellt werden.
Torsten Bengelsdorf Kommt das Denkmal noch einmal ins Wanken? Auf dem Platz zwischen Kirche und Kino soll der Brunnen der Lebensfreude in diesem Jahr aufgestellt werden.

„Nun stell dir das mal vor: Du kommst Sonntag vom Gottesdienst aus der Kirche und das Erste, was du siehst: drei nackte Frauen.“ Nein, so richtig wollten sich die beiden älteren Kirchbesucher nicht anfreunden mit dem Gedanken, dass die Lebensfreude-Damen demnächst vor der Kirche ihre beiden Eisenringe in die Höhe stemmen.

Der Einwand, dass der denkmalgeschützte Brunnen hier vielleicht doch nicht so recht hinpasst, kommt spät.

Doch Zweifel tauchen nun auch aus einem ganz anderen Grund auf. Das Aufstellen des Brunnens will sich die Stadt in diesem Jahr sage und schreibe mehr als 200.000 Euro kosten lassen. Insgesamt sind für den Platz sogar 300.000 Euro eingeplant.

Warum wird denn das so teuer? Vor allem müssten Leitungen für Wasser, Abwasser und Strom verlegt werden, erklärt Bürgermeister Axel Müller (CDU). Die drei unbekleideten Damen stehen nämlich unter Denkmalschutz.

Ausschuss-Mitglied Martin Jahrmärker stößt sich nicht nur an den hohen Kosten. „Wir haben ein Denkmalkonzept beschlossen. Und da steht der Brunnen nun wirklich nicht an erster Stelle.“ Soll heißen: Die drei Damen sind eigentlich noch gar nicht dran und müssten anderen Denkmälern erst einmal den Vortritt lassen.

Ob Kritiker oder Befürworter der Nackedeis vor dem Gotteshaus in diesem Jahr die Oberhand bekommen, ist damit noch nicht entschieden.