Auch im Tod keine Ruhe:

Ein Höllentrip auf dem Friedhof

Ausgerechnet zur Segnung der Gräber dröhnten vom Darguner Sportplatz Hardrock-Töne zum Friedhof herüber. Für Trauernde mehr als ein Ärgernis. Doch für ihre Sorgen scheint sich niemand zu interessieren.

Um die friedliche Ruhe ist es nicht immer gut auf dem Friedhof von Dargun bestellt.
Gerald Gräfe Um die friedliche Ruhe ist es nicht immer gut auf dem Friedhof von Dargun bestellt.

Die lautstarke Musik vom Sportplatz war einfach nicht zu überhören. Und das ausgerechnet zum Festtag Allerheiligen, als die Mitglieder der katholischen Gemeinde die Gräber ihrer Verstorbenen segnen ließen. Wie gut, dass die älteren Christen zumeist nicht des Englischen mächtig sind. Denn als ihr Pastor den Segen sprach und Weihwasser über die Gräber versprühte, dröhnten vom Sportplatz auf der anderen Seite des Lindenwegs kräftige Hardrock-Töne herüber: „Highway to hell“ – „Autobahn zur Hölle“ war da zu hören.

Für Robert Lubomierski, Vorsteher der Katholiken am Klostersee, keine erfreuliche Situation. Er weiß, dass auch schon so manche Beerdigung eine Gratis-Beschallung vom Sportplatz erhielt. „Doch an wen soll man sich damit wenden?“, fragt sich der Mann. An die Stadt, an den Sportverein Traktor oder an die Schulen?

Schulterzucken bei den Zuständigen

Für Bürgermeister Karl-Heinz Graupmann ist das Thema gar keine Diskussion wert. Bislang jedenfalls nicht. Denn: „Mir ist nicht bekannt, dass sich jemand belästigt fühlt“, meint der Bürgermeister. „Damit sehe ich auch keinen Handlungsbedarf.“ 

Pastor Klaus Hasenpusch nimmt die Angelegenheit ebenso gelassen: „Mir liegen keine Beschwerden vor. Bei besonderen Anlässen wird aber mit den zuständigen Stellen Kontakt aufgenommen und für eine gewisse Zeit um einen geringeren Lärmpegel gebeten.“ Für die Musikbeschallung vor Fußballspielen und bei Aktionen der Schulen zeigt der Geistliche Verständnis: „Leben und Tod – Friedhof und Sportplatz – liegen hier nun einmal dicht beieinander.“

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