Es war einmal:

Eine feste Freundschaft aus Beton

Die graue Masse aus Malchin war nicht nur für die Berliner Mauer bestimmt. Mit diesem Material halfen die Nachbarn den Teterowern vor dreieinhalb Jahrzehnten, die Folgen einer Naturkatastrophe zu überwinden.

Jahrzehntelang rollte der Verkehr über den Beton in der Goethestraße. Nun wird sie neu gemacht.
Eberhard Rogmann Jahrzehntelang rollte der Verkehr über den Beton in der Goethestraße. Nun wird sie neu gemacht.

Wenige Stunden nur brauchten Arbeiter zu Wochenbeginn, um die Betonfahrbahn in der Goethestraße aufzubrechen und das Material zu vermalmen. Der Aufbau der Straße hingegen war eine konzertierte Aktion mehrerer Teterower Betriebe, die sich über eine Woche hinzog. Dabei wurde Tag und Nacht gearbeitet. Daran erinnert sich Udo Martienssen noch sehr genau.

Er war im Oktober 1982 Einsatzleiter der Zivilverteidigung (ZV) und koordinierte die Arbeiten. Der außergewöhnliche Einsatz war ganz besonderen Umständen geschuldet. Martienssen verweist auf die Vorgeschichte, die am 18. Juni 1981 begann. Damals traf eine Naturkatastrophe Teterow. Innerhalb weniger Stunden fielen 90 Millimeter Niederschlag und setzten die Stadt teilweise unter Wasser. „Die Schillerstraße und auch die von-Pentz-Allee verwandelten sich in reißende Ströme. Das Wasser schoss mit Gewalt herab in die Goethestraße. Zahlreiche Keller soffen förmlich ab, darunter das Kinderkrankenhaus an der Ecke zur Schillerstraße“, schildert der Teterower.

Für die Erneuerung fehlten die Baukapazitäten. Ein Jahr später war der desolate Zustand nicht länger hinnehmbar. Da Teterow nicht über ausreichende Möglichkeiten verfügte, Beton in der erforderlichen Menge anzumischen, wurde dieser vom Betonwerk Malchin herangeschafft. „Rund um die Uhr wurde gearbeitet. Leider reichte der Beton nicht. Wir kamen damals nur bis zur von-Pentz-Allee. Am damaligen Kauf-fix war Schluss“, erinnert sich der Einsatzleiter.

Erneuert wurde nur die Fahrbahn, die Bürgersteige blieben, wie sie waren. Jetzt wird die Straße von Grund auf erneuert und auch begrünt. Bis zum Jahresende soll alles fertig sein.

 

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