Die Linke bleibt Festakt fern:

Eklat zum 25. Jahrestag

Gründer des Neuen Forums und Bürgermeister der Partnerstädte waren gekommen - doch die Malchiner Linke blieb der Festveranstaltung zum 25. Jahrestag des Mauerfalls  fern. Das stieß vielen Gästen sauer auf.

Der Sekt schmeckt auch ohne Die Linke: Nach dem Festakt stießen die Gäste  an.
Eckhard Kruse Der Sekt schmeckt auch ohne Die Linke: Nach dem Festakt stießen die Gäste  an.

Es ist gerade erst ein paar Tage her, dass der Liedermacher Wolf Biermann die Linken im Deutschen Bundestag beschimpfte und somit im Jahr 25 nach der Wende für einen gehörigen Eklat sorgte. Bei der Festveranstaltung der Stadt Malchin im Rathaussaal wären seine Worte voll ins Leere gegangen. Denn nicht ein einziger Malchiner Stadtvertreter der Partei Die Linke war am Sonnabend zum Festakt gekommen. Auch der Landtagsabgeordnete Peter Ritter (Die Linke) fehlte. Dabei waren sie - wie alle anderen Stadtvertreter und Landtagsmitglieder des Wahlkreises - eingeladen worden, versicherte Bürgermeister Jörg Lange (FDP).

Einer der Gäste war auch der Bildhauer Günter Kaden aus Wendischhagen. Er war Mitbegründer des Neuen Forum Malchin/Teterow. „Eigentlich gehören sie ja dazu“, sagte er mit Blick auf die Linken. In der Veranstaltung sei es ja auch nicht gegen die heutigen Linken, sondern gegen das alte Regime gegangen. Die Kritik von Biermann hält Kaden ohnehin für überzogen. Denn von den Linken im Bundestag sei seines Wissens nur ein Viertel in der SED gewesen.

Wie halten die Linken es mit der Demokratie?

Bürgermeister Jörg Lange kritisierte die Linke ganz direkt. „Für mich stellt sich da auch die Frage, wie sie es mit der Demokratie halten“, sagte er. In der nächsten Sitzung der Stadtvertreter wolle er nachfragen, warum keiner der fünf Stadtvertreter der Linken zur Festveranstaltung gekommen waren. Denn schließlich würden die Linken immer wieder beteuern, dass sie die Vergangenheit hinter sich gelassen haben.

Der Landtagsabgeordnete Peter Ritter hat eine ganz einfache Erklärung für das geschlossene Fehlen. „Wir hatten am Sonnabend Kreisparteitag in Neubrandenburg“, erläuterte er. Da habe man sich angesichts des Datums auch mit dem Thema Mauerfall beschäftigt. Ritter weist den Vorwurf des Bürgermeisters zurück: „Unsere Mitglieder der Stadtvertretung haben gezeigt, dass sie sich in das Gemeinwesen gut eingeordnet haben.“ Langes Befürchtungen seien unbegründet. „Es ist Unsinn, da etwas hinein zu interpretieren.“ Wenn es sich zeitlich machen lässt, nehme die Linke immer an den Veranstaltungen teil.

 

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