Dramatischer Feuerwehr-Einsatz:

Elf Kälber bei Stallbrand in Groß Nieköhr getötet

Ein Feuer wütete in der Nacht zu Montag in einem Kälberstall in Groß Nieköhr. Die Feuerwehr eilte zum Brandherd. Aber sie konnte nicht alle Tiere retten.

Feuerwehrleute haben bei einem Stallbrand hier in Groß Nieköhr um das Leben von 30 Kälbern gekämpft.
Eberhard Rogmann Feuerwehrleute haben bei einem Stallbrand hier in Groß Nieköhr um das Leben von 30 Kälbern gekämpft.

Dieser Anblick lässt selbst Feuerwehrmänner, die schon so einiges erlebten, nicht kalt. Elf tote Kälbchen. Jämmerlich erstickt und verbrannt in ihren Plastikboxen. „Wir haben unser Möglichstes getan, um die Tiere zu retten. 19 Kälber kamen mit dem Leben davon. Im hinteren Teil des Stalles, war es aber sehr schwierig. Wir hatten zwei Trupps, die nur unter schwerem Atemgerät dahin vordringen konnten“, beschreibt Amtswehrführer Mathias Focke die Situation am Sonntagabend. Um 21.50 Uhr ist der Gnoiener mit seinen Männern alarmiert worden.

Wenige Minuten zuvor hatte Mario Schildt das Feuer in dem Stallgebäude entdeckt. Hier waren 30 Kälber untergebracht. „Es waren unsere Jüngsten, erst zehn Tage alt“, sagt der Bauer. Sofort hatte er mit einem Mitarbeiter versucht, die Flammen mittels der vorhandenen Feuerlöscher zu bekämpfen. Doch allein waren die Männer chancenlos. Die Kameraden aus Dölitz waren die Ersten, die am Brandort eintrafen. „Sie kamen über einen Schleichweg durch die Felder direkt nach Nieköhr rüber“, verrät Mathias Focke. Die Gnoiener rückten mit 20 Einsatzkräften an. Zur Hilfe eilten auch die Wehren aus Boddin,  Lühburg, Wasdow und Viecheln. Insgesamt 53 Kameraden rückten an. Während ein Teil der Männer um die Rettung der Tiere bemüht war, begannen die anderen, das Feuer zu bekämpfen. Bei der Halle handelt es sich um eine moderne Konstruktion mit einem tonnenförmigen Kunststoffdach. Das brennende Material entwickelt hohe Temperaturen.

Zwar verfügt der Betriebshof über einen eigenen Feuerlöschteich und auch ein Hydrant lieferte Wasser. „Doch die Lage war kritisch. Unter Umständen hätten wir eine Wasserfassung an der Warbel aufbauen müssen. Das sind gut tausend Meter Schlauchleitung“, sagt Mathias Focke über die nächtliche Situation. Doch die Männer bekamen das Feuer glücklicherweise schnell unter Kontrolle, die zusätzliche Wasserfassung war nicht vonnöten. Nach zwei Stunden konnten die Kameraden gegen Mitternacht abrücken.

Der Brandort bleibt abgesperrt, bis die Ermittler der Polizei eintreffen. Die Ereignisse der Nacht haben Spuren im Gesicht von Mario Schildt zurückgelassen. Doch schon früh am Morgen steht er wieder auf den Beinen, um seine Tiere zu versorgen.

Etwa 600 Rinder hält der Betrieb. Schildt macht, wie anderen Erzeugern landesweit, der tief gefallene Milchpreis zu schaffen. Kostendeckend wirtschaften kann man derzeit nicht. Und nun auch noch der Brand. Über die Ursache des Feuers zu spekulieren, versagt sich der Bauer. An Brandstiftung aber glaube er nicht. Den Schaden beziffert die Polizei mit
30 000 Euro.

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