Abschied vom Kulturhaus:

Ende einer Ära in Teterow klingt muskalisch aus

Acht junge Künstler kommen zum Neujahrskonzert ins Kulturhaus Teterow und lösen einen Ansturm aus. Ihr Programm ist einzigartig, doch ein bedrückender Unterton schwingt bei aller guten Laune mit.

Was wäre ein Neujahrskonzert ohne den Radetzky-Marsch. Da muss der Dirigent Johannes Lang stellenweise die Wellen der Begeisterung im Publikum dämpfen.
Eberhard Rogmann Was wäre ein Neujahrskonzert ohne den Radetzky-Marsch. Da muss der Dirigent Johannes Lang stellenweise die Wellen der Begeisterung im Publikum dämpfen.

Der Bolero von Maurice Ravel gehört zu den populärsten Kompositionen des 20. Jahrhunderts. Doch in der Orchesterbesetzung, wie er im Neujahrskonzert im Teterower Kulturhaus erklingt, dürfte ihn keiner unter den Zuhörern je erlebt haben. Drei Celli, Klavier, Oboe, Geige. Gitarre und natürlich eine Trommel ergeben eine hinreißende Klangfülle. Da brodelt es im Saal des Hauses, der bis auf den allerletzten Platz ausverkauft war. Das hat doppelten Grund. Das Neujahrskonzert ist auf absehbare Zeit die letzte Veranstaltung hier. Der Eigentümer hat den Betrieb des Kulturhauses eingestellt und die Immobilie zum Verkauf angeboten (der Nordkurier berichtete). Zudem bieten acht junge Künstler ein Programm, das die Welt so noch nicht erlebte. So spielen die drei Cellisten Lynda Cortis, Matthias Boutros und Werner Stephan virtuos in wechselnder Zwiesprache Beethovens Trio in C-Dur. Im Original ist es geschrieben für zwei Oboen und Englischhorn. Noch exotischer trumpfte Kornelius Kutzner auf. Er spielt eine Cello-Sonate von Bachs auf seinem Marimba, einer Art Xylophon. Doch nicht nur aus dem klassischen Repertoire schöpfen die Künstler. Mireia Vendrell del Alamo (Klavier) und Benjamin Fischer (Oboe) liefern sich in drei populären spanischen Chansons ein feinsinniges Duett. Letzterer bietet aus den Effeff eine physische Meisterleistung, während er mit dem Gitarristen Johannes Lang musiziert. Weil jener sich schnäuzen muss, hält der Oboist einen Ton auf dem Instrument mit einem übermenschlich langen Atemzug, bis sein Partner wieder in die Saiten greifen kann. Das Publikum honoriert dies mit spontanem Applaus.

Die dreistündige Veranstaltung endet mit einem fulminaten Knaller. Johannes Lang greift zum Taktstock und dirigiert … den Radetzky-Marsch. Da hält es das Publikum nicht mehr auf den Stühlen. Dem Beifall des Auditorium folgen im Foyer persönliche Bekundungen von Dankbarkeit und Anerkennung gegenüber den Künstlern und dem Veranstalter.

 

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung