Teures Bau-Vorhaben:

Endlich Frieden im Krieger-Denkmal-Streit?

Der Sockel ist nicht genug: Am Malchiner Wall soll das Denkmal, das an den Krieg von 1870/71 erinnert, wieder vollständig aufgebaut werden. Das kostet eine ganze Stange Geld. Doch das juckt die meisten Stadtvertreter offenbar wenig.

Der Sockel des Kriegerdenkmals war vor drei Jahren bereits neu errichtet worden. Jetzt soll auch eine Stele das Denkmal vervollständigen.
Torsten Bengelsdorf Der Sockel des Kriegerdenkmals war vor drei Jahren bereits neu errichtet worden. Jetzt soll auch eine Stele das Denkmal vervollständigen.

Udo Dohms lässt nicht locker. Das Kriegerdenkmal auf dem Wall-Vorplatz würde der Malchiner schon gern in alter Schönheit wiedersehen. Vollständig und mit Adler obendrauf, so wie es einst im Gedenken an die Opfer des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 geschaffen worden war. „So mancher ist jetzt gegen den Adler. Doch dann müsste man ihn ja auch aus dem Bundestag herausholen“, hält Dohms den Kritikern entgegen.

Ob dieser Vergleich nun angebracht ist oder nicht: Dass dem vor drei Jahren neu entstandenen Sockel nun auch wieder eine Stele aufgesetzt werden soll, ist heftig umstritten. Die Stele dürfte nämlich um die 10 000 Euro kosten. Udo Dohms – Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Denkmale“ in Malchin – will dafür Spenden sammeln. Doch werden die wohl kaum reichen, so dass die Stadt einspringen müsste, der das Denkmal gehört. Bei den Stadtvertretern sind die Meinungen aber geteilt. So hatte Martin Jahrmärker im Kultur- und Sozialausschuss erst einmal eine Klarstellung verlangt: Soll an dem Denkmal wirklich weitergearbeitet werden? Inzwischen haben sich die Stadtvertreter entschieden – äußerst knapp. Acht Abgeordnete waren dagegen, elf dafür.

Behörde ist gegen den Wiederaufbau

Doch warum sorgt das Denkmal, das mittlerweile die Namen der elf im Krieg 1870/71 gefallenen Malchiner und Rempliner trägt, für so viel Streit? Zum Beispiel, weil die Denkmalbehörde empfohlen hatte, auf einen Wiederaufbau zu verzichten. „Das Ziel, an die Opfer zu erinnern, ist doch erfüllt“, findet Kerstin Mahnke (Die Linke). Jetzt noch einmal so viel Geld für das Denkmal ausgeben? Mahnke brachte eine Reihe historischer und wertvoller Gebäude ins Gespräch, wie etwa den ehemaligen „Kartoffelkäfer“, die immer mehr verfallen würden. Und auch Martin Jahrmärker würde das Geld lieber für die Kinder- und Jugendarbeit oder den Brunnen der Lebensfreude ausgeben. Ganz anders denkt Adreas Teggatz (UMB). Er plädiert für einen städtischen Zuschuss, wenn die Denkmalgruppe eine bestimmte Summe dazu steuern würde.

Damit die Kosten nun nicht ganz so hoch ausfallen, hatte der Bau-Ausschuss bereits angeregt, die Stele aus Beton und nicht aus Sandstein fertigen zu lassen.

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