Pestizide entdeckt:

Ermittlungen in Malchin nach Futter-Skandal

22 Bio-Betriebe müssen gesperrt werden, weil sie verunreinigtes Futter bekommen hatten. Das kam zwar aus Holland, wurde aber von Malchin aus verkauft.

Belasteter Bio-Sonnenblumenkuchen ging von Malchin aus in die Öko-Betriebe.
Eberhard Rogmann Belasteter Bio-Sonnenblumenkuchen ging von Malchin aus in die Öko-Betriebe.

Selbst produziert haben die Malchiner den Bio-Sonnenblumenkuchen nicht, weitervermarktet dagegen schon: Dem Futtermittelhersteller Fugema kommt bei der erneuten Verunreinigung von Futtermitteln offenbar eine Schlüsselrolle zu. Das Malchiner Unternehmen hatte 554 Tonnen von einem holländischen Importeur bezogen. Wie das Landwirtschaftsministerium in Schwerin am Montag bestätigte, sind in dem Bio-Futtermittel Rückstände von Pflanzenschutzmitteln entdeckt worden. Daraufhin sind im Land 22 Unternehmen für den Vertrieb für Waren des ökologischen Landbaus gesperrt worden. Sie waren von Malchin aus mit dem belasteten Bio-Sonnenblumenkuchen beliefert worden. Betroffen sind Legehennen-Betriebe sowie Schweine-, Rinder- und Schafhalter.

Beize, Pilz und Bedauern

Wie es zu der Verunreinigung kommen konnte, ist noch unklar. Fugema hat nach eigenen Angaben den holländischen Lieferanten um eine Stellungnahme gebeten. Die Holländer hätten daraufhin berichtet, dass die Ware ordnungsgemäß beprobt wurde und nicht zu beanstanden gewesen sei. Bei Proben in Deutschland wurden dann zwischen dem 27. Dezember und dem 2. Januar Rückstände eines Beizmittels und eines Pilzgiftes entdeckt.

Eine Gesundheitsgefährdung für Verbraucher habe aber nicht bestanden, versicherten am Montag das Schweriner Landwirtschaftsministerium und Fugema. „Trotzdem bedauern wir diese Situation sehr und unterstützen die behördlichen Untersuchungen“, erklärte Unternehmenssprecher Bernd Homann. „Wir arbeiten intensiv mit allen amtlichen Stellen zusammen, um die Ursachen für die Analyseergebnisse zu finden.“

 

EM-Kurier digital: 6 Wochen lang zum Sonderpreis lesen!