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Erneut Greifvogelhorst geklaut

In den vergangenen Jahren sind einige Großvogelnester im Raum Ivenack/Zolkendorf auf verdächtige Weise verschwunden. Nun kam ein weiterer Diebstahl dazu. Ehrenamtliche Naturschützer vermuten, dass Windkraft-Befürworter dahinterstecken.

Die Beweisfotos: Anfang Januar war der Horst noch da. Nun ist er verschwunden.
Bettina Kern Die Beweisfotos: Anfang Januar war der Horst noch da. Nun ist er verschwunden.

Die Naturschützer Bettina und Norbert Kern haben zum wiederholten Mal den Diebstahl eines Greifvogelhorstes entdeckt. Wie sie gegenüber dem Nordkurier mit Vorher-Nachher-Fotos belegen, hatten sie das Nest bei Kriesow Anfang Januar noch gesehen, Ende des Monats war es spurlos verschwunden. Das Ehepaar Kern stellte deswegen zwei Strafanzeigen. Bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Seenplatte und bei der Polizei. 2015 und 2016 sei der Horst mit Bussarden besetzt gewesen. Bettina Kern fürchtet nun um Horste von anderen geschützten Großvögeln in der Nähe und bat den Landkreis um eine Kamera-Überwachung.

Die Naturschützer und Windparkgegner glauben, dass mitunter Windkraftfirmen oder Landeigentümer die Nistplätze entsorgen, um Hinderungsgründe für den Bau von Windrädern aus dem Weg zu schaffen und dann kräftig Geld zu verdienen. Denn nicht nur bei Ivenack, wo im vergangenen Jahr die meisten Horste verschwanden, sondern auch bei Kriesow könnte bald eine Windkraftfläche ausgewiesen werden. In den Jahren 2015 und 2016 sind den Vogelschützern zufolge allein bei Schossow und im Raum Zolkendorf insgesamt 6 Greifvogelhorste verschwunden. Von streng geschützten Rotmilanen und Schreiadlern sowie von Bussarden.

Polizeisprecherin Diana Mehlberg schätzt die Chancen, den Tätern auf die Spur zu kommen, aber schon jetzt als sehr gering ein. Deswegen bittet sie: „Wer etwas dazu sagen kann oder gesehen hat, sollte sich bei der Polizei melden.” Denn ohne Zeugen und Spuren werde es für die Kriminalisten sehr schwer.