Amtshilfe:

Ersatz-Bürgermeister unter Beschuss

Platzt die Fraktion der FDP und der Freien Wähler im Neubrandenburger Kreistag? Die Freien sehen ihre politischen Ziele verraten, seit der Fraktionsgeschäftsführer Holger Anders die Gemeinde Diekhof "zwangsverwaltet". Sie stellen ein Ultimatum.

Holger Anders
privat Holger Anders

Umgemach droht Holger Anders (FDP), dem Ersatz-Bürgermeister von Diekhof. Vor einer Woche hatte er sein Amt als Beauftragter des Landkreises Rostock in der Gemeinde angetreten. Anlass dafür war, dass Bürgermeister Bernd Lenz und die Gemeindevertretung ihre Mandate niedergelegt hatten. Mit diesem Schritt protestierten sie gegen die miserable Finanzausstattung der Kommunen im Land (der Nordkurier berichtete). Der Landkreis hatte Anders die zwischenzeitliche Geschäftsführung in der Gemeinde angetragen, weil er vor Jahren schon Bürgermeister der damaligen Nachbargemeinde Liessow war und über entsprechende Erfahrungen in der Amtsführung verfügt. Darüber hinaus ist Holger Anders, der in Neu Heinde wohnt, Vorsitzender des Sportvereins von Diekhof. Zu den Diekhofern habe er ein gutes Verhältnis, versichert er. Die seien mit ihrem Beauftragten zufrieden. Ganz anders sieht man das in Neubrandenburg. Dort ist Holger Anders als Geschäftsführer der Fraktionsgemeinschaft Freie Wähler/FDP/Wählergemeinschaft Ländlicher Raum im Kreistag Mecklenburgische Seenplatte.

„Da war es wie ein Schlag ins Gesicht, aus der Zeitung zu erfahren, dass der Fraktionsgeschäftsführer ohne Zustimmung von Freien Wählern und ‚Wählergemeinschaft Ländlicher Raum‘ sich zum Zwangsverwalter der verfehlten Kommunalfinanzierung der Landesregierung machen will“, wettert Dr. Hartwig Kurth. Er vertritt die Freien Wähler im Kreistag Mecklenburgische Seenplatte. „Entweder er zieht seine Zusage zurück und respektiert den Protest der Diekhofer oder er kündigt seine Geschäftsführerstelle. Ansonsten wird die Zusammenarbeit in der Kreistagsfraktion von uns aufgekündigt“, stellt Kurth ein Ultimatum.

Dieser Hieb trifft Holger Anders völlig überraschend. „Wir haben in der Fraktion bisher gut zusammengearbeitet. Wir werden das in der Fraktion klären.“ Dass er angesichts der offenen Drohung sein Amt als Beauftragter abgibt,  weist Anders derzeit von sich. Die Fraktionsgemeinschaft sprengen will er aber auch nicht.

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