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Ex-Bürgermeister ließ geheime Akten mitgehen

Angeblich hat Gnoiens ehemaliger Rathauschef vertrauliche Dokumente verschwinden lassen. Doch der stellt die Sache ganz anders da. Jetzt fordern mehrere Stadtvertreter von ihm und seinem Nachfolger: Setzt euch endlich mal an einen Tisch und hört mit diesen Streitereien auf.

Wollte Hans-Georg Schörner seinem Nachfolger das Leben schwer machen? Lars Schwarz ist jedenfalls nicht klar, warum sein Vorgänger beim Räumen des Gnoiener Bürgermeisterzimmers auch etliche Dokumente einpackte.
Archv/Eberhard Rogmann Wollte Hans-Georg Schörner seinem Nachfolger das Leben schwer machen? Lars Schwarz ist jedenfalls nicht klar, warum sein Vorgänger beim Räumen des Gnoiener Bürgermeisterzimmers auch etliche Dokumente einpackte.

Es war nur eine kleine Bemerkung am Rande. Doch die hatte es in sich. Aus dem Rathaus seien Unterlagen verschwunden, warf Bürgermeister Lars Schwarz (CDU) seinem Vorgänger Hans-Georg Schörner (SPD) am Montagabend auf der Stadtvertretersitzung vor. Was ist denn da nun wieder passiert? Offenbar sollte der Vorfall wohl eher nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Doch am Dienstag bestätigte Schwarz auf Nachfrage, dass aus dem Stadtarchiv eine Reihe von Protokollen, darunter vertrauliche Sitzungsunterlagen, verschwunden waren.

In dem Archiv im Rathaus-Keller lagern Dokumente aus mehreren Jahrzehnten. Angeblich habe sein Vorgänger die zum Teil geheimen Protokolle mitgenommen. Inzwischen seien sie aber zurückgebracht worden. Was Schörner mit dieser Aktion bezweckte, sei ihm aber nicht klar, sagte Schwarz.

Kontrahenten beharken sich schon wieder

Schörner stellt die Angelegenheit ganz anders da. Er habe die Sitzungsunterlagen der letzten fünf Jahre in seinem Arbeitszimmer aufbewahrt und sie bei seinem Auszug aus dem Rathaus mit nach Hause genommen. Darunter seien auch Protokolle von nichtöffentlichen Sitzungen gewesen. „Ich wollte dem Amt damit ersparen, von allem Kopien anzufertigen“, so der Ex-Bürgermeister.

Die ewigen Streitereien der beiden Kontrahenten gehen mittlerweile auch den Stadtvertretern gehörig auf die Nerven. So hatte Jutta Winkelmann (CDU) am Montagabend genau auf die Uhr geschaut. 35 Minuten seien nun schon vergangen. Und was war passiert? Nicht viel mehr, als dass sich der neue und der alte Bürgermeister gegenseitig mit Vorwürfen beharkt hatten. „Sie sollten sich vielleicht wirklich einmal zusammensetzen und miteinander reden und uns dann das Ergebnis mitteilen“, meinte die CDU-Stadtvertreterin.

Gesprächsangebot ausgeschlagen

Und auch Axel Peter von der Wählergemeinschaft sieht es „dringlichst an der Zeit“, dass sich die beiden Streithähne mal an einen Tisch setzen. Vor allem, um der Öffentlichkeit zu zeigen, dass man es mit der schon etliche Male beschworenen gedeihlichen Zusammenarbeit auch ernst meint.

Ob es dazu kommt, bleibt ungewiss. Hans-Georg Schörner hatte nach eigenen Angaben seinem Nachfolger bereits im August ein Gesprächsangebot unterbreitet, was Lars Schwarz aber ausgeschlagen habe. Schwarz beschwerte sich am Montag nun wiederum, dass Schörner damit aus vertraulichen Mails geplaudert habe. Und schon war der nächste Streit da.