Nach Kälber-Riss:

Experte hält Wolf für unschuldig

Brachte ein Wolf auf der Weide einer Mutterkuhherde nordöstlich von Teterow ein Kalb zu Strecke? Der Vorfall bewegt Landwirte, Jäger und Dorfbewohner. Ein Gutachter sieht eher einen anderen Tatverdächtigen.

Jäger vermuteten einen Wolf hinter dem jüngsten Kälber-Riss in der Mecklenburgischen Schweiz und warnten Anfang der Woche vor seiner Rückkehr in die Region.
Carsten Rehder Jäger vermuteten einen Wolf hinter dem jüngsten Kälber-Riss in der Mecklenburgischen Schweiz und warnten Anfang der Woche vor seiner Rückkehr in die Region.

Die Meinungen über das Raubtier, das auf einer Weide bei Alt Sührkow auf Beutefang unterwegs war, gehen auseinander. Während Jäger vermuteten, dass hier, nordöstlich von Teterow, ein Wolf ein Kalb zur Strecke brachte, kommt ein Experte der Umweltbehörde in Güstrow zu einer anderen Schlussfolgerung.

Matthias Hantel, Geschäftsführer des Milchhofes Alt Sührkow, hatten die Reste des getöteten Tieres alarmiert. Denn im Vorjahr hatte die Nachricht die Runde gemacht, dass im benachbarten Karnitz jenseits der Kreisgrenze ein Wolf Schafe gerissen habe. Hantels Weiden sind nur etwa zwei Kilometer entfernt. Deshalb meldete er den grausigen Fund bei der Unteren Jagdbehörde. Ein Experte des Landesamtes für Umwelt, Natur und Geologie begutachtete die kläglichen Überreste und kam zu dem Schluss, dass hier kein Wolf im Spiel war. Er hält wildernde Hunde für wahrscheinlicher. Beruhigt hat das den Viehwirt aber nur wenig. Die Wölfe werden kommen, ist er überzeugt.
 

Weil immer wieder Fragen aufkommen, wie man erkennen kann, ob es wirklich ein Wolf war: Wir haben vor einiger Zeit einen Wolfsbeauftragten bei der Spurensuche - und interpretation begleitet und im Video festgehalten.