Zweifelhafte Bürgerwehr:

Extremisten auf Patrouille in Güstrow

Kriminelle auf Streife, um die Bevölkerung vor kriminellen Aktivitäten zu schützen? Das ruft in Güstrow die Polizei auf den Plan. Dieser Art "Prävention" aus dem rechtsextremistischen Spektrum schiebt sie einen Riegel vor.

In der Nacht wollte die "Bürgerwehr" in Güstrow für Ordnung sorgen. Doch manche Mitglieder stehen selbst in zweifelhaftem Licht.
Bernd Wüstneck In der Nacht wollte die "Bürgerwehr" in Güstrow für Ordnung sorgen. Doch manche Mitglieder stehen selbst in zweifelhaftem Licht.

Die Polizei war vorbereitet. Als in der Nacht zu Sonnabend eine selbst ernannte "Bürgerwehr" im Stadtgebiet von Güstrow in Erscheinung trat, waren die Beamten zur Stelle. Sie kontrollierten 27 Personen, die mit einer rechtsextremistischen Gruppierung in Zusammenhang gebracht werden. Aus dem rechten Spektrum heraus war vor einigen Tagen über soziale Medien die Bildung einer "Bürgerwehr Güstrow" initiiert worden, die sich den "Schutz der Bevölkerung vor kriminellen Aktivitäten" auf ihre Fahnen schreibt. 

Diese Art von Kriminalitätsprävention kommt bei der Polizei überhaupt nicht an. So zeigten die Beamten der Gruppe die rechtlichen Grenzen für ihre Aktivitäten unmissverständlich auf. "Die Sicherheitslage in der Stadt Güstrow ist gut. Solche Aktionen tragen nicht zu einem vertrauensvollen Zusammenleben in der Stadt bei", betont Polizeisprecher Gert Frahm. Sie bergen vielmehr die Gefahr, dass sich daraus strafbare Handlungen ergeben.

Straftäter auf Streife

Für diese Befürchtung haben die Beamten etliche Gründe. Straftaten könnten aus einer Konfrontation heraus eskalieren. Denn die selbst ernannte "Bürgerwehr" habe keinerlei Kompetenzen, die über das Jedermannsrecht zur Verhinderung einer Straftat hinausgehen. Alarmierend sei überdies, wenn Personen beteiligt sind, die selbst bereits strafrechtlich in Erscheinung getreten sind. Und von denen wurden laut Frahm in der erwähnten Nacht einige angetroffen. Straftaten wurden der Polizei indes in diesem Zusammenhang nicht bekannt. Dennoch werde man "das Feld der öffentlichen Sicherheit nicht solchen Personen überlassen."

Dass es in anderen Städten der Region ähnliche Tendenzen gibt, verneint der Polizeisprecher. Auch im Teterower Rathaus löst der Begriff "Bürgerwehr" nur Kopfschütteln aus. "Wir haben schon vor Jahren auf die Personalreduzierung im Zuge von polizeilichen Reformen reagiert und einen städtischen Ordnungsdienst geschaffen", sagt Bürgermeister Reinhard Dettmann. Die Männer dieser Behörde sind uniformiert auf Streifengängen in der Stadt und ihren Ortsteilen unterwegs. Sie wirken eng mit der Polizei, insbesondere mit dem lokalen Kontaktbeamten zusammen.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung