Giftwolken-Alarm:

Feuer und giftige Dämpfe im Gewerbegebiet

Ein Gefahrgutunfall hielt die Feuerwehr im Pampower Gewerbegebiet in Atem. Die Dämpfe, die bei dem Brand aufstiegen, waren gefährlich.

Die Feuerwehr ist bei den Dialysewerken im Einsatz.
Holger Pagenkopf Die Feuerwehr ist bei den Dialysewerken im Einsatz.

Im Teterower Ortsteil Pampow ist am Freitagabend ein Brand im Gewerbegebiet Koppelberg ausgebrochen. Das Feuer brannte bei den Dialysefaserwerken Allmed Medical Industries - in einer Halle, in der Lösungsmittel hergestellt werden. Gegen 19 Uhr wurde dort der Alarm ausgelöst. Den Einsatzkräften wurde ein "Gefahrgutunfall groß" gemeldet, worauf sich die Rettungskette in Gang setzte.

Laut Polizei sollen giftige Dämpfe aufgestiegen sein. Eine weiße Rauchwolke zog in Richtung Niendorf. Die Einsatzkräfte seien dorthin gefahren, um die Bewohner zu warnen. "Es sind dennoch bei einigen Menschen Reizungen der Atemwege aufgetreten", teilte Gert Frahm, Sprecher der Polizeiinspektion Güstrow, mit. Die Beamten rieten daher dringend, sich von dem Dunstkreis fernzuhalten. Die Wolke war bis nach Teterow zu sehen. An der Einsatzstelle selbst ist nach Angaben des Polizeisprechers niemand verletzt worden, obwohl dort rund um die Uhr gearbeitet wird.

15 Feuerwehren waren mit rund 150 Kameraden im Einsatz, darunter auch der Katastrophenschutz und zwei Gefahrgutzüge des Landkreises Rostock. Kräfte wurden auch aus dem Doberaner Bereich angefordert. Von einer Drehleiter aus versuchten wechselnde Teams der Feuerwehr den Brand zu löschen - um 20.15 Uhr war das Feuer schließlich gelöscht. "Um welche Lösungsmittel es sich handelt ist noch unbekannt", sagte Frahms. Derzeit seien noch Einsatzkräfte in der Halle dabei, die Sustanzen zu ermitteln. Es finde eine Nachkontrolle statt, "was austritt und in welcher Konzentration". Auch warum das Feuer ausbrach, ist noch unklar. Am Sonnabend soll ein Brandursachenermittler zum Einsatz kommen. 

Auch Bürgermeister Reinhard Dettmann (parteilos) war vor Ort. "Ich habe die Feuerwehren gehört und bin gleich losgefahren", sagte er. Die Arbeit der Rettungskräfte laufe professionell, mit höchster Vorsicht und viel Sicherheit im Hintergrund ab. Mitarbeiter der Stadtwerke waren ebenfalls an der Einsatzstelle. Sie hätten zunächst geholfen, die Bundesstraße zu sperren. Sie blieben vorsorglich da, falls die Wasser-und Abwasserleitungen in der Nähe beprobt werden müssen. "Derzeit sieht es aber nicht danach aus, dass hier Gefahr besteht", sagte Landkreis-Sprecher Michael Fenster am Abend.

Die B 104 in Richtung Pampow war für den Einsatz stundenlang voll gesperrt, ebenso der Abzweig nach Pampow.

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