Gemeinde in Geldnot:

Finanzkrise wegen Abschied von Asylbewerbern

Der Gemeinde Jürgenstorf macht ein riesiger Einwohnerverlust zu schaffen. Weil die Asylbewerber fortgezogen sind, fehlen Gelder an allen Ecken und Enden.

Das ehemalige Asylbewerberheim in Jürgenstorf steht seit 2013 leer. Die Gemeinde bekommt deswegen nur noch einen Bruchteil der früheren Zuweisungen vom Land.
Eckhard Kruse Das ehemalige Asylbewerberheim in Jürgenstorf steht seit 2013 leer. Die Gemeinde bekommt deswegen nur noch einen Bruchteil der früheren Zuweisungen vom Land.

Die Asylbewerber sind aus Jürgenstorf bei Stavenhagen fortgezogen, die Gemeinde stürzt in ihre größte Finanzkrise. Im Haushalt der Kommune macht es sich jetzt bitter bemerkbar, dass im Dorf 160 Flüchtlinge als Einwohner fehlen. Denn die Gemeinde bekommt dadurch erheblich weniger Schlüsselzuweisungen vom Land. Statt rund 1000 Einwohner wohnen nur noch 850 Menschen in Jürgenstorf und seinen Ortsteilen, war von Bürgermeister Norbert Köhler zu erfahren.

Die Flüchtlingsunterkunft war nach Protesten von Asylbewerbern im Jahr 2013 geschlossen worden. In diesem Jahr sinken die Landeszuweisungen damit von 240 000 auf 51 000 Euro. Einen Anteil an diesen Minderzahlungen haben aber auch die relativ guten Gewerbesteuerzahlungen der letzten beiden Jahre.

Die Gemeinde ist nun gezwungen, ihre gesamte Rücklage von rund 600 000 Euro aufzubrauchen. Sie muss sogar noch einen Kredit von 48 000 Euro aufnehmen und die Steuersätze für Grundsteuer und Gewerbesteuer anheben. Das finden die Gemeindevertreter gar nicht lustig: "Einen so schlechten Haushalt hatten wir noch nie", betonte der stellvertretende Bürgermeister, Dirk Schröder, bei der Abstimmung zum Haushalt in der Gemeindevertretung.

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