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Fitness statt Feiern im letzten Party-Raum der Stadt?

Ausgerechnet dort, wo die Gnoiener schon so manche Sause feierten, stellt der Sportverein jetzt Fitness-Geräte auf. Das finden einige gar nicht lustig. Doch nun überrascht der Bürgermeister mit einem völlig neuen Angebot für einen Treff in der Stadt.

Einige Gnoiener befürchten, dass man in der Stadt bald keinen Raum mehr zum Feiern mieten kann, wenn der Sportverein im Foyer der Warbelhalle seine Fitness-Geräte aufstellt.
Torsten Bengelsdorf Einige Gnoiener befürchten, dass man in der Stadt bald keinen Raum mehr zum Feiern mieten kann, wenn der Sportverein im Foyer der Warbelhalle seine Fitness-Geräte aufstellt.

Aus der Übung kommen die Gnoiener wohl so schnell nicht: Nachdem vor einigen Wochen das Fitness-Studio im Gewerbegebiet dichtgemacht hat, ist nun jemand zur Stelle, der die Leute wieder richtig auf Trab bringen will. Am Donnerstag kommt der Vorstand des Gnoiener Sportvereins zusammen, um die Gründung einer Fitness-Abteilung zu beschließen. „Wir sehen uns als Auffangbecken für diesen Sport. Da wäre es fatal, wenn wir da nicht mitspielen würden“, sagt SV-Vorsitzender Otmar Schug. Einige der Fitness-Geräte hat der Verein bereits vom bisherigen Betreiber des Fitness-Studios abgekauft. Als Abteilungsleiterin wollen die Sportler die bisherige Betreuerin des Fitness-Studios anheuern. „Wir hoffen, dass wir mit unserer Fitness-Gruppe zwischen 40 und 50 Leute erreichen“, so der Vorsitzende.

In der Warbelstadt nehmen einige Leute das Vereins-Vorhaben aber gar nicht so sportlich. Gnoiens neues Fitness-Studio zieht nämlich ausgerechnet in das Foyer der Warbelsporthalle. „Dort wurde ein Raum, der für Feiern gemietet werden konnte, stillschweigend zum Fitness-Studio umfunktioniert für den Sportverein. Nun gibt es in Gnoien keinen Raum mehr öffentlich zu mieten“, schreibt etwa Steffi Burmeister auf der Nordkurier-Facebook-Seite.

Abstimmung über neues Haus der Vereine

Auch Otmar Schug hat solche Stimmen schon vernommen: „Wir hatten auch nach anderen Räumen in der Stadt gesucht. Leider vergeblich.“ Schug empfiehlt für private Feiern künftig den Spiegelsaal in der Turnhalle und ist sich dabei auch mit Bürgermeister Lars Schwarz (CDU) einig. „Der Spiegelsaal ist fast genauso groß wie das Foyer. Auch ein Ausschank ist hier möglich“, meint Schwarz. Das Foyer sei bisher auch nur selten genutzt worden. Schwarz sieht noch einen weiteren Vorteil des neuen Fitness-Studios. Es sei künftig viel öfter ein Verantwortlicher in der Sporthalle vor Ort. „Das Ganze bringt uns deutlich mehr Vorteile als dass es Einschränkungen mit sich bringt“, findet Schwarz. Und bisher sei es doch so gewesen, dass jeder einen Raum bekommen habe, der bei der Stadt angefragt hat.

In Zukunft haben die Gnoiener dazu sogar noch eine Möglichkeit mehr. Am Dienstag trifft sich nämlich der Aufsichtsrat der Wohnungsgesellschaft, um über ein „Haus der Vereine“ zu beraten. Das soll im ehemaligen Schuhhaus Oehmke in der Friedenstraße eingerichtet werden. „Hier kommt noch eine kleine Küche mit hinein und dann kann man auch diesen Raum mieten“, so der Bürgermeister. Vorausgesetzt, der Aufsichtsrat gibt dem Vereinshaus grünes Licht.