Unzufrieden:

Flüchtlinge protestieren vor Unterkunft

In einem kleinen Dorf bei Teterow haben Flüchtlinge gegen die nach ihrer Auffassung schlechte Unterbringung und Betreuung protestiert. Die Polizei konnte mit 20 Beamten den Protest nach vier Stunden beenden. Die Probleme seien aber nicht behoben.

In dieser Unterkunft wollten die Zuwanderer nicht länger bleiben und setzten sich auf die Landstraße.
Eberhard Rogmann In dieser Unterkunft wollten die Zuwanderer nicht länger bleiben und setzten sich auf die Landstraße.

Eine Gruppe von Flüchtlingen hat in der Nacht zu Donnerstag in Jördenstorf im Landkreis Rostock einen mehrstündigen Polizeieinsatz ausgelöst. Die etwa 50 Zuwanderer blockierten ab Mitternacht für knapp vier Stunden die Landesstraße 23, die von Teterow kommt und unweit der Notunterkunft durch den Ort verläuft, wie ein Sprecher der Polizei in Rostock am Donnerstag sagte.

Die Flüchtlinge hatten sich demnach auf Decken und Matratzen auf die Straße gesetzt. Hintergrund der Aktion sei ihre Unzufriedenheit mit der Unterbringung in der ehemaligen Berufsschule, wo viele Leute in großen ehemaligen Klassenräumen leben müssten, sagte der Sprecher. Der Wachschutz der Notunterkunft hatte die Polizei alarmiert.

Rund 20 Polizisten im Einsatz

„Sie fühlen sich nicht richtig aufgenommen und betreut“, sagte der Sprecher. Auch die Verpflegung sei kritisiert worden. Die Polizei habe etwa 20 Beamte mit mehreren Streifenwagen auch aus benachbarten Regionen wie Demmin zusammengezogen, um eine Eskalation zu verhindern.

In Jördenstorf sind Flüchtlinge in der ehemaligen Berufsschule als Notunterkunft und in einem zum Teil bereits umgebauten früheren Internat als reguläre Unterkunft für Asylbewerber, die ihre Anträge bereits gestellt haben, untergebracht. „Bisher hat es solche Proteste aber nicht gegeben“, sagte Bürgermeister Reinhard Engel (SPD). Nach Engels Angaben stammen die meisten Flüchtlinge aus Syrien. In der Notunterkunft mit hoher Fluktuation lebten meist um die 100 Flüchtlinge, im Internat etwa 60 bis 80.

Protest-Ende am frühen Morgen

„Es war schwierig, überhaupt einen Ansprechpartner unter den Protestierenden zu finden“, sagte der Polizeisprecher. Zudem sei es schwer zu vermitteln gewesen, dass die Probleme nicht sofort gelöst werden könnten. Außerdem sei der Betreuungsleiter der Einrichtung nicht erreichbar gewesen. Die Polizei konnte die Asylsuchenden nach eigenen Angaben kurz vor 4.00 Uhr aber überreden, wieder in die Unterkunft zurückzukehren. Zur Lösung der Probleme sollte es möglichst schnell ein Gespräch mit dem für die Unterbringung zuständigen Landkreis geben.

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