Die Politik im Boot - oder nicht?:

Freibad-Wette sorgt für richtig viel Ärger

16 000 Euro sollten bis Montag auf dem Spendenkonto für eine Schwimmbad-Heizung sein. Doch wie viele es wirklich sind, weiß offenbar niemand so genau. Der Freibad-Chef hat wegen der Aktion nämlich einen kräftigen Rüffel bekommen.

Wetten, dass... das Wasser irgendwann mal geheizt wird. Freibad-Chef Holger Andrys (links, mit Mitarbeiter Sebastian Danne) hat sich auf eine riskante Wette eingelassen.
Torsten Bengelsdorf Wetten, dass... das Wasser irgendwann mal geheizt wird. Freibad-Chef Holger Andrys (links, mit Mitarbeiter Sebastian Danne) hat sich auf eine riskante Wette eingelassen.

Es gibt ganz bestimmt angenehmere Dinge, als Mitte Februar im Malchiner See baden zu gehen. Malchins SPD-Bürgermeisterkandidat René Malgadey hatte sich für den kommenden Sonnabend bereits einen Strandbesuch in den Kalender geschrieben. Egal bei welchem Wetter. Ebenfalls in Badehose mit antreten wollten der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Krüger und Malchins Freibad-Chef Holger Andrys. Doch die drei können nun tief durchatmen – sie müssen nicht ins eiskalte Wasser. Sie haben nämlich eine Wette gewonnen. Ende vergangenen Jahres hatten Andrys, Malgadey und Krüger die Malchiner herausgefordert. Bürger, Vereine und Unternehmer der Region sollten bis zum 9. Februar insgesamt 16 000 Euro an Spenden für eine Heizung des Badewassers im Peenebad zusammenbekommen. Sollte das gelingen, dann wollten die drei fünf Tage später in den Malchiner See steigen.

Seit Montag steht nun fest: 16 000 Euro sind es nicht geworden – das Bad im Malchiner See fällt damit aus. Doch wie viel Geld ist dann auf dem Spendenkonto? Das weiß offenbar derzeit niemand so genau. Weder Rathaus-Sprecher Thomas Koch, noch Bürgermeisterkandidat Malgadey oder Freibad-Chef Andrys konnten am Montag dazu Auskunft geben. Dabei hätten sie am Montag doch den Kontostand für ihre Wette einmal kontrollieren müssen. Einer, der es wissen müsste, darf es nicht sagen. Holger Andrys hat nach Informationen unserer Zeitung von seinem Arbeitgeber, der Stadtverwaltung, richtig Ärger bekommen, weil er sich zusammen mit zwei SPD-Politikern auf die Wette eingelassen hat. Er dürfe sich dazu überhaupt nicht mehr äußern, sagt Andrys.

„Da setzt sich jemand für die Stadt ein und bekommt dann auch noch Ärger“, schüttelt Malgadey nur mit dem Kopf. Die Wette sei dennoch kein Schlag ins Wasser gewesen. „Viele Leute haben bei uns Spenden abgegeben. Das zeigt doch, dass die Malchiner Interesse haben“, schätzt der Bürgermeister-Kandidat ein. Unterdessen haben sich einige Stadtvertreter zusammen mit Bürgermeister Jörg Lange (FDP) Freibäder in Berlin und Bernau angeschaut, die mit Thermo-Solar-Anlagen beheizt werden. Das könnte auch ein Modell für Malchin sein, erklärte der Bürgermeister nach der Rundreise. „Die Investition liegt unter 100 000 Euro und auch die Betriebskosten sind überschaubar“, so die Erkenntnis des Rathaus-Chefs.

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